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Jüdische Turnzeitung · 1905-09-01 · 9 (9.1905) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
9 (9.1905)
Date
1905-09-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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184 No. 9 nun hiess es ganz einfach „abirutsch'n", was aber auch leichter gesagt als getan war. Oft genug verlegten uns Überhänge, Gebüsch und Wasserläufe, die durch den starken Regen sehr gefüllt waren, den Weg. Über die komischen Situationen, die dabei zu Tage traten, schweigt des Sängers Höflichkeit, genug — ein köstlicher Galgenhumor, der die ganze Gesellschaft ergriffen hatte, half über Alles hinweg, und als nach kurzer Zeit der Pfad weiter unten wieder „entdeckt" war, gelangten wir nach 21/, Stunden alle mit vollkommen wohlbehaltenen Gliedern in Ohlstadt an. Allerdings war unser Aussehen alles eher als salonfähig. Die meisten von uns trugen Spuren davon, dass sie bis an Kniehöhe in unfreiwilligem Forschergeiste in das Innere der Mutter Erde gedrungen oder sonst mit ihr in unliebsame Berührung geraten waren. Abends führte uns die Bahn weiter nach Garmisch, in die bereits voraus bestellten Quartiere. Am nächsten Tage (Pfingstmontag) brachen wir in aller Frühe auf, um sobald wie möglich unser nächstes Ziel, den romantischen Partnach-Kamm, zu erreichen. Von da ging es weiter über Forsthaus Vordergraseck nach Garmisch zurück, dann nach dem Weltwunder des Baadersees, und schliesslich an den Eibsee am Fusse der Zugspitze, dem Endziele unserer Tour. Nach der Mittagspause beschloss eine Ruderpartie auf dem Eibsee unsere so herrlich verlaufene Turnfahrt, und hier trennten wir uns in zwei Parteien, denn während den Söhnen der alma mater ihre Pfin^stferien Zeit zu einem Ausflug nach Tirol Hessen, rief die Kaufleute die Pflicht nach München zurück, wo sie nach dem Rückmärsche nach Garmisch noch an demselben Abend eintrafen. Am 1. Juli fand eine Nachtturnfahrt ins Isartal statt. Wir marschierten auf dem rechten Isarufer stromaufwärts bis Grünwald, dann am linken wieder stromabwärts und trafen am Morgen nach 6 stündigem Marsche wieder am Ausganspunkte ein. Am 9. Juli folgte eine zweite Gebirgstour, und zwar nach dem Wandelstein (1840 m). von Brannenburg gelangten wir nach 4% stundigem Steigen an die Unterkunftshäuser, und in einer weiteren halben Stunde auf den Gipfel, von wo aus wir eine herrliche Aussicht geniessen konnten. Von hier aus gings dann in weiteren 41/* Stunden über Blrkenstein nach Schliersee, wo wir die schöne Tour durch eine gemeinsame Bootfahrt bei Sonnenuntergang würdig abschlössen. Auf all unseren Turnfahrten zeigte unsere Mannschaft eine durchaus mustergültige Haltung und Disziplin, und sie erbrachte den Beweis, dass ein gesunder Humor sowie ein frisch-fröhlicher Turnergeist in ihren Reihen herrscht, der selbst die weniger Geschulten die an sie herantretenden Strapazen, die insbesondere bei den Gebirgstouren oft nicht gering waren, spielend überwinden liess Wir können uns heute schon der Hoffnung hingeben, dass die für den Winter geplanten Turnfahrten ins Gebirge bei unseren Mitgliedern eine beifällige Aufnahme finden werden, so dass in unseren Reihen der Sinn für Alpinismus immer mehr geweckt wird, einen Sportszweig, der wohl eine der schönsten und gesündesten Ergänzungen zum Turnbetrieb ist. Sämtliche Artikel für Turn- und Jujendsplele Turnbekleidung etc. Special-Catalog gratis Max Rochlitz & Co. BERLIN W., Joaohimsthalerstrasse 6 am Bahnhof Zoolog. Garten. Special-Sport-Geschäft.

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