Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 9 (9.1905)
- Date
- 1905-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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1S3 folgendes Ergebnis hatten: Siegmund Leicht, Obmann; Richard Neurath, Obmannstellv.; Julius Schwarz, Schriftführ.; Otto Fellner, Kassier.; Adolf Berghoffen, Turn wart; Heinrich Wechsler und Samu Latzer, Ersatzmänner. Lt. Rustschuk. Der Rustschuker Israelitische Musik- und Turnverein „Makabe" hat uns seine Statuten in bulgarischer Sprache übersandt. Wir entnehmen der Übersetzung, der sich ein alter, treuer Freund unserer Sache, Herr Dr. Margulies in Birkenwerder bei Berlin, mit dankenswertem Fleiss unterzogen hat, den grundlegenden Absatz: 1. Der Verein ist am 10. Februar 1902 unter dem Namen „Makabe" mit Sitz in der Stadt Rustschuk gegründet. Der Verein hat zum Zweck: a) Den physischen Zustand der jüdischen Jugend zu entwickeln und zu kraftigen durch verschiedene gymnastische Übungen, b) Dafür Sorge zu tragen, dass die Gymnastik in den Lehrplan der einheimischen jüdischen Schulen eingeführt werde, c) Betrifft Musik. 3. Sich dem Bunde der jüdischen zionistischen Turnvereine in Bulgarien „Makabe" anzuschliessen. Königsberg i. Pr. Hier ist ein jüdischer Turnverein gegründet worden. Jüdischer Turnverein München. Die Vorstandschaft unseres rurnvereins setzte in einer ihrer letzten Sitzungen ein dreigliedriges Agi-;ationskomitee ein, das sich zunächst auf innere Propaganda verlegt hat. insbesondere durch Veranstaltung von Turnfahrten. Unsere erste Turnfahrt, deren Ziel die im romantischen Isartal bei Baierbrunn gelegene Konradshöhe war, fand denn auch bereits am 16 April statt. Die zweite, am 7. Mai. ging nach Mühlthal im Wurmtale, die dritte am 28. Mai nach Wessling am gleichnamigen See. Die beiden Pfingstfeiertage am 11. und 12. Juni wurden zu einer zweitägigen Gebirgstour benutzt Pfingstsonntsg morgen entführte d'e Bahn unsere zwölfköpfige Schar nach Kochel. Dort begann der Marsch; erst die Kesselbergstrasse hinan, dann vorbei an den wild brausenden Kesselnachfällen, gelangten wir an den Reitweg, von wo ab der eigentliche Herzogstandaufstieg beginnt. Hier waren wir bald von Wolken so dicht eingehüllt, dass wir keine 20 Schritt weit sahen, und die Aussicht auf Aussicht — vom J^ipfel nämlich — immer geringer wurde. Die grossen Schneemassen, die nier noch in den Halden lagen, bewiesen, dass die Frühlingssonne in dieser Höhe (ca. 1700 m) ihre Macht noch wenig hatte entfalten können, wenn such stellenweise dicht neben den Schneefeldern die Primeln blühten. Nach etwa dreistündigem Steigen erreichten wir die Unterkunftshäuser. Als wir nach einer Mittagsrast von dort wieder aufbrechen wollten, setzte ein wolken- "ruchartiger Regen ein, der unseren ganzen Plan zu zerstören drohte. Da °er Regen aber nach einer Stunde etwas nachliess, wagten wir uns auf sut Glück an die Fortsetzung der Tour. Durch Wolken so eingehüllt, dass Vorderste den Letzten nicht mehr sah. gelangten wir bald zum Gipfel i-k Von C'er sonsl so herrlichen Fernsicht keine Spur. Also weiter ""er den Grat auf den Heimgarten. Und nun begann die Kletterei, bei der °en zaghafteren Gemütern unserer für Gebirgstouren zum grössten Teil ""geschulten Mannschaft wohl etwas ängstlich zu Mute wurde; der Steig aka6' nier £erade fUr eine Person Raum, führt vorbei an schwindelnden pbgründen, und an manchen Stellen heisst es alle Viere zu Hilfe nehmen, um vorwärts zu kommen. Aber ganz unbelohnt sollten wir für unsere ^teigerei doch nicht bleiben, eben, als wir den „Gratblick" passierten, zerriss e>n Windstoss die Wolkenwand, und wir sahen wie durch einen Schleier «or uns die weite bayerische Hochebene, zu unseren Füssen den Köchelte, links den Staffelsee und in weiter Ferne die Riesenbecken des Starnberger- und Ammersees. Wir begannen nun den ziemlich steilen und müh- Sei'gen Aufstieg auf den Heimgarten, dessen Gipfel (1800 m) wir nach ^'a Stunden erklommen hatten. Nach kurzer Rast brachen wir wieder zum ^Dstieg auf. Nach einer Viertelstunde Uberfiel uns ein furchtbarer Regen. "Dendrein verloren wir noch infolge schlechter Markierung den Weä. und