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Jüdische Turnzeitung · 1905-07-01 · 7 (7.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
7 (7.1905)
Date
1905-07-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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No. 7 145 des Turnvereines „Aar", das heute stattfindet, Stimmung und möchte besonders den Deutschen der Umgebung Pilsens dieses Fest als ein gut deutsches hinstellen. Demgegenüber weisen wir darauf hin, dass dieser Turnverein nur aus Juden und einigen Paradechristen besteht und von dem einige Mitglieder sogar am Sommerfeste des tschechischen Schulvereines teilgenommen haben. Er ist deshalb nicht wert, von national: gesinnter Seite irgendwie unterstützt zu werden. Mögen sich unsere Volksgenossen auch nicht durch die in Schwarz-rot-gelb ausgeführten Plakate täuschen lassen!" Das Kuratorium der „Baron Hirsch-Stiftung zur Beförderung des Volksschulunterrichtes im Königreich Galizien etc." schreibt in seinem Bericht über das Schuljahr 1903/04: „Wie bereits in früheren Berichten wiederholt, hervorgehoben wurde, war seit der Gründung der Schulen unsere Aufmerksamkeit stets darauf gerichtet, dass unsere Schulen nicht bloss Unterrichtsanstalten, sondern gleichzeitig Erziehungsinstitute sein müssen. Das Kuratorium hat deshalb gegenüber den sich immer wiederholenden Wünschen einzelner Faktoren auf Einführung des Halbtagsunterrichts an der Ablehnung festgehalten, die Lehrer vielmehr angewiesen, ausser den gewöhnlichen Unterrichtsfcegenstanden in schulfreier Zeit dem Unterricht in Handfertigkeit (Slöjd), sowie der Pflege der Jugendspiele, dem Turnunterricht und der Veranstaltung von Ausflügen ihre vollste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Im Ganzen erteilten 9 Lehrer an 8 Schulen in 15 Abteilungen Unterricht in Handfertigkeit, an dem insgesamt 142 Schüler teilnahmen. Am Turnunterrichte nahmen 5350 Knaben, an den Jugendspielen 5272, bei Veranstaltung von Ausflügen 5417 Knaben teil. Die Tätigkeit der Lehrer und ihre Leistungen wurden sowohl seitens der staatlichen Funktionäre (k. k. Landesschulinspektor. Bezirksschulinspektor, Ortsschulrat), wie seitens der durch die Stiftung bestellten Kreisinspektoren überwacht, und lauten die Berichte in überwiegender Mehrzahl ausserordentlich günstig." Es ist hocherfreulich, dass so auch der galizisch-jüdischen Jugend der Segen einer systematischen Leibeszucht zu teil wird. Wir können nur wünschen, dass auch in anderen jüdischen Schulen der Pflege von Jugendspielen und Ausflügen mehr Aufmerksamkeit zugewendet wird. Vielleicht sucht der neugewöhlte Schularzt der Berliner jüdischen Gemeinde auf diesem Gebiete ein zwar noch unbeackertes aber um so dankbareres Arbeitsfeld. Die Deutsche Turn-Zeitung (No. 27) enthalt im Sprechsaal eine interessante Erklärung der Herren Prof. J. Gad, Kreisvertreter und Dr. Fritz Epstein, Kreisschriftwart des Kreises XVb, Deutsch-Oesterreich. Danach haben die Herren Leo Drab, Alfred Sinai und Leo Drucker Mitglieder des österreichischen Turnvereins in Florlsdorf, ein Sokolfest besucht. Als dieser Besuch eines „gegnerischen Vereins" festgestellt war, legte der Kreisturnrat dem Vereinsturnrat nahe, die Vereinsmitglieder, die die „nationale Taktlosigkeit" begangen haben, sofort auszuschliessen. Der Ausschluss erfolgte einstimmig, wenn auch offenbar nur mit Widerstreben, da der Vereinsturnrat den ausgeschlossenen Mitgliedern

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