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Jüdische Turnzeitung · 1905-07-01 · 7 (7.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
7 (7.1905)
Date
1905-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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3üdifche CumzeMiing« monafsrdiriff für die körperliche Bebung der 3uden __ Herausgegeben pon der Südirdien Curnerichaft. ^1jahrfl.llor7r eharlottenburg^Berderttr. ™ 1905. Nachdruck der nachfolgenden Originalaufsätze ■st nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Die Selbstverteidigung der Juden in Russland. Von Dr. Elias Auerbach. Es gibt auch Heldenmut und Tapferkeit im schweigenden Dulden. Das ist der Heldenmut der Märtyrer. Ein Märtyrer aber ist nur der, welcher für eine „Idee" leidet. Sich hinschlachten zu lassen ohne Widerstand, nur weil man in der kleinen Minderheit ist, das ist nicht Heldentum, sondern Schwäche. Selbst die felsenfesteste Gottergebenheit ist hier nur dumpfe Verzweiflung, nicht Seelengrösse. Der Jude hat während zweier Jahrtausende Gelegenheit genug gehabt, das Leiden und Sterben zu lernen. Aber es war nicht oft ein Sterben für eine Idee, meist war es nur ein Sterben zur Befriedigung des Blutdurstes, der Raubgier und des tierischen Rassenhasses. Freilich, Akiba war grösser durch sein Sterben ohne Widerstand, als wenn er mit dem Schwerte in der Hand gefallen wäre. Und jene Juden, die zu grösserem Ruhme der erstarkenden Wiedergeburt des Christentums auf dem Neuen Markt zu Berlin lebendig verbrannt wurden, wären Wahnsinnige gewesen, wenn sie Gewalt gegen die rohe Gewalt zu setzen versucht hätten. Bei Judenverfolgungen aber und Wutausbrüchen des Pöbels kampflos zu sterben, ist kein Ruhm und kein Martyrium. Da lassen wir die Weisheit, dass man dem Übel nicht widerstreben solle, ruhig denen, die sie als die Krone des Christentums ausgeben. Da ist es Recht und Pflicht, Blut zu vergiessen. „Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn!" Keiner sollte sterben, ohne Wenigstens einen Feind mit sich in die Erde zu zwingen. — So lehrt ein gesunder Instinkt jeden, der seinem Leben noch einen Wert zu geben vermag. Der Greis, dem dieser Gedanke wider-

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