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Jüdische Turnzeitung · 1905-05-01 · 5/6 (5.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
5/6 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 56)
Language
German
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122 Xo. 5,'Ii tionakr Grundlage bezeichnet. Zugleich werden ihr aggressive Tendenzen stärkster Art gegen den modernen Nationalstaat nachgesagt. Demgegenüber stellt der Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft fest: 1. Die Jüdische Turnerschaft ist kein konfessioneller Verband. 2. Die Vorwürfe der Antinationalität sowie der Staatsfeindlichkeit sind völlig aus der Luft gegriffen. Die Jüdische Turnerschaft hält sich grundsätzlich von allen politischen Angelegenheiten fern. Sie erstrebt lediglich die körperliche Hebung des jüdischen Stammes, sowie die Stärkung jüdischen Gemeinschaftsgefühls und Selbstbewußtseins. Wer Staatsbürgertum und Stammeszugehörigkeit nicht auseinander zu halten imstande ist, der lese die bekannte Posener Rede Kaiser Wilhelms nach. 3. Die Jüdische Turnerschaft hat ebenso wie die Deutsche Turnerschaft ihren Grundstock in Deutschland und Oesterreich. Ihre „Internationalität" ist der der Deutschen Turnerschaft analog. Der Deutschen Turnerschaft hat bisher noch niemand ihre „Internationalität" vorgeworfen, obwohl sie (außerhalb Deutschlands und Oesterreichs) 32 ausländische Turnvereine — und zwar in vier Erdteilen — umfaßt (vgl. das offizielle Handbuch der Deutschen Turnerschaft, 7. Ausgabe, S. 373), während unserem Verbände außerhalb Deutschlands und Oesterreichs augenblicklich nur ein einziger Verein angehört. So also sieht die staatsfeindliche, anti- und internationale Jüdische Turnerschaft für jeden unbefangen Urteilenden und gerecht Denkenden aus! Der Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft I. A.: Theobald Scholem Vorsitzender. Nachdem die Redaktion der „Kölnischen Zeitung" _die Aufnahme dieser Erwiderung, entgegen den Gepflogenheiten einer anständigen Presse, ohne Angabe von Gründen, verweigert hatte, hat der Ausschuß beschlossen, eine Broschüre herauszugeben, um die mannigfachen Mißverständnisse zu beseitigen, die sich durch die notgedrungen unwidersprochen gebliebenen und von mehreren Tagesblättern übernommenen einseitigen Ausführungen der „Köln. Ztg." vielfach ^gebildet haben. Die Broschüre soll vornehmlich die Tendenz der „Jüdischen Turnerschaft" eingehend nach allen Richtungen hin beleuchten und außerdem das historische und statistische Material in Bezug auf die Frage der körperlichen Hebung der Juden behandeln.

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