Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1905-05-01 · 5/6 (5.1905) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
5/6 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 49)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4921092-5965098-5965224--1328-4924192
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 5/6 115 führungen — teilnehmen. Den Mitgliedern sind durch Anschlag an einer besonders diesem Zwecke gewidmeten Tafel am Turnplatze die bezüglichen Verlautbarungen und Einladungen anderer jüdischer Vereine zur Kenntnis zu bringen. Die Ausgabe von solchen Einladungen an die Vereinsmitglieder, der Verkauf von Eintrittskarten zu solchen Veranstaltungen, Sammlungen Tür jüdische Zwecke in geeigneter, nicht störender Weise sind im Vereinslokale zu gestatten und zu ermöglichen. In besonderen Fällen sind die Mitglieder auch am Turnplatze mündlich zur Teilnahme an solchen Veranstaltungen aufzufordern. Der Anschluß jüdischer Turnvereine an nicht turnerische jüdische Organisationen ist zulässig, sofern dies den Statuten der jüdischen Turnerschaft nicht widerspricht und der Erreichung der .Vereinszwecke nicht hinderlich ist. In die Vereinsbibliotheken sind insbesondere jüdische Werke aufzunehmen, welche die Mitglieder über Inhalt, Zweck und Stand der modernen jüdischen Bewegung belehren und informieren sollen. Verfügt der Verein über ein Lesezimmer, so sind auch die einschlägigen jüdischen Zeitungen aufzulegen. An jüdischen Festtagen resp. deren Vorabenden soll weder geturnt noch eine Vereinsveranstaltung abgehalten werden. Selbstverständlich sind auch in Hinsicht auf jüdisch-nationale Propaganda die Vereinsversammlungen, in denen stets der jüdisch-nationale Standpunkt zu betonen ist, sowie die jüdische Turnzeitung von größter Bedeutung. Damit wären die wesentlichsten Punkte angedeutet, die diesbezüglich bei den jüdischen Turnvereinen im besonderen in Betracht kommen. Nach beiden Richtungen aber wirkt die Propaganda, die der Verein nach außen entfaltet, auch nach innen zurück, indem einerseits die Vereinsmitglieder zur Agitation herangebildet werden, andererseits die Wirkung solcher äußerer Agitation sich auch im Vereinsleben selbst fühlbar macht und damit indirekt wieder auf die Vereinsmitglieder einwirkt. Innere Propaganda ist die schwierige Arbeit des Säens. Das Blühen und Wachsen unserer jüdischen Turnvereine wird diese Arbeit reichlich lohnen. Nur eins dürfen wir auch bei unserer turnerischen Propaganda nicht vergessen, daß wir nicht als Turner gelten wollen, die zufällig (auch Juden sind, sondern daß wir als stammestreue Juden auftreten wollen, die das Turnen zum Heile ihres Volkes pflegen. Nachdem Dr. Tuen, unter lebhaften Beifallsbezeugungen der Versammlung, beiden Referenten den Dank für ihre Vorträge abgestattet hatte, spricht Scholem über Die Stellung der Jüdischen Turnerschaft zu den anderen Turnverbänden. Der Referent ging davon aus, daß die Frage unserer Stellungnahme zu den anderen Turnverbänden gerade in letzter Zeit mehrfach Gegenstand der Erörterung gewesen sei, und daß man zu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.