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Jüdische Turnzeitung · 1904-10-01 · 10/11 (10.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
10/11 (10.1904)
Date
1904-10-01
Page
[Seite] (sequence 46)
Language
German
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202 No. 10/11 Die sich an den Vortrag anschliessende Diskussion verlief anregend und durchaus in unserem Sinne. Das Schlussstück unserer Agitation bildete dann, wie wir gehofft hatten, die eingehenden Besprechungen der Cölner Blätter, die, wie wir ebenfalls gehofft hatten, für uns nicht eben freundlich lauteten. So wurden Erklärungen und Gegenerklärungen nötig und diese nicht bezahlten Annoncen hielten die Oeffentlichkeit länger in Atem als es die grössten und teuersten Anzeigen vermocht hätten. Leider war eine in der Diskussion vorgebrachte Behauptung, ,unser Vortragende habe der Deutschen Turnerschaft antisemitische Tendenzen unterschoben* trotz ihrer Unwahrheit nicht totzuschlagen. Sie tauchte immer wieder und zuletzt sogar auf einem Kreistag der deutschen Turnerschaft auf. Gegen eine bei dieser Gelegenheit gefasste Resolution hat die Jüdische Turnerschaft offiziell Stellung genommen, (s. o.) Der'Erfolg der Veranstaltung war in jeder Beziehung glänzend. Bis heute haben sich schon ca. 20 neue Mitglieder, meist gute Turner, zum Eintritt gemeldet, so dass die Kosten dpr Agitation schon durch das Mehr an Mitgliedsbeiträge überdeckt sind. Aber auch unsere alten Mitglieder wurden durch den schönen Verlauf des Abends in ihrem Eifer angeregt und verfielen in einen wahren furör pecuniarus, der von unserm Schriftführer und stellvertretenden Kassierer Herrn Berkowicz auf das Schamloseste ausgebeutet wurde, sodass wir innerhalb 3 Wochen ca. M. 250 baar Geld einnahmen. Der Turnbesuch hob sich nach der Veranstaltung von 15—20 auf 30—35! Wir sind jedenfalls sehr zufrieden und werden es bei dem einen Abend nicht bewenden lassen. Allen übrigen Vereinen seien aber solche Veranstaltungen wärmstens empfohlen, — Leider haben wir einen Todesfall im Verein zu beklagen. Unser liebes Mitglied, Herr Ludwig Meyer, der Bruder unseres Turnwartes, ist plötzlich auf einer Reise verstorben. Er war ein vorzüglicher Turner, dem wir ein treues Andenken bewahren werden. Julius Berger. draz. Turnsektion des Vereins „Zion". (Eigener Bericht). Nun regt es sich auch bei uns wieder. Der Verein „Zion", der seit zwei Jahren leider nur auf dem Papier existierte, hat sich wieder aufgerafft zu erspriesslicher Tätigkeit. Und da war es denn der glücklichste Griff, den der Verein unter der tüchtigen Leitung der Herren Bernhard Neumann und Dr. Siegmund Weiss?etan hat, dass er eine Turnsektion ins Leben rief und sich so en Boden erwarb, auf dem die zionistische Idee feste Wurzel fassen und schöne Früchte tragen wird. Die ersten Erfolge lassen das mit Zuversicht hoffen. In kurzer Zeit war die Turnsektion «0 Mann stark und von Woche zu Woche nimmt die Zahl der Mit* glieder zu. Freilich könnten wir noch mehr Mitglieder bekommen, wenn die Agitation etwas reger wäre; ja man müsste glauben, dass sich eine so deutschvölkische Stadt wie Graz besonders gut für die zionistische Bewegung eignen würde und doch stossen wir auf manche Gegnerschaft. Aber trotzdem sind unsere Erwartungen übertroffen worden und wir hoffen, dass sich aus der Turnsektion

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