Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 10/11 (10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 10/11 201 erlitten hat. Zur Ergänzung der knappen Daten, die bis zum redaktionellen Schlüsse jenes Heftes über den Verstorbenen vorlagen, sei noch folgendes angeführt: In Olmütz als Sohn eines Regimentsarztos geboren, absolvierte Herr Schrenzel die Realschule und wandte sich sodann dem Staatspostdienste zu. Er wurde im Jahre 1897 zum Assistenten ernannt, seine Beförderung zum Oficial stand vor der Tür. Seit 1899 war er in Bielitz beschäftigt und erfreute sich während dieser fünfjährigen Tätigkeit bei seinen Vorgesetzten und Kollegen unbestrittener Wertschätzung und Beliebtheit. Im Bielitzer jüdischen Turnverein war er bis Ende März dieses Jahres als stellvertretender Turnwart, von da ab als Obmann des Vereins tätig. In beiden Stellungen erwarb er sich die lebhafteste Anerkennung seiner Genossen. Seine turnerischen I-eistungen wurden allgemein bewundert, aber noch wertvoller für den Verein waren seine aussergewöhnlichen Bemühungen um die turnerische Ausbildung der jüngeren Riegen. Das Andenken des Verstorbenen wird nicht bloss im Kreise seiner engeren Turngenossen nicht vergessen, auch bei den jüdischen Turnern ausserhalb von Bielitz wird sein Name und sein Wirken stets in Ehren gehalten werden. Die Redaktion dieser Zeitschrift aber glaubt nicht besser als durch die bildliche Wiedergabe der Persönlichkeit des Verstorbenen diesen zu ehren und dazu beizutragen, dass die Erinnerung an ihn wachgehalten werde. Cöln. Jüdischer Turnvercia zu Cöln. (Eigener Bericht.) Ich habe heute über ein interessantes Experiment zu berichten, das wir unternommen haben. Es handelt sich um die Frage, ob in einer Stadt, die allgemein (z. B. von den Zionisten) als durchaus unfruchtbarer Boden" für alle jüdische Renaissance seit Jahren erschienen ist, auf dem Wege einer planmässigeu öffentlichen Agitation der jüdischnationalen Turnbewegung neue Freunde gewohnen werden könnten. Das Experiment ist allen üblen Prophezeiungen zum Trotz durchaus gelungen, und dieser Erfolg hat meine Ansicht bestätigt, dass der sogenannte ^unfruchtbare Boden" meistens die Entschuldigung für den Mangel an Organisation innerhalb der Agitation ist. Ein einleitender Artikel im hiesigen »Israelitischen Gemeindeblatt", von dem Schreiber dieser Zeilen verfasst, leitete die ("ampagne ein. Anzeigen in den Zeitungen, schriftliche Einladungen, Besuche und last not last grosse Plakate kündigten dann unser great attraction an: einen öffentlichen Vortrag des Redakteurs dieser Zeitschrift Herrn Dr. M. Zirker über: die Existenzberechtigung der jüdischen Turn-Vereine. Der Vortrag fand am 27. September im Saal der Wolkenburg statt und war von etwa 200 Personen besucht. Den Inhalt der vorzüglichen Agitatiousrede des Referenten wiederzugeben, hätte wenigZweck, ich hoffe, dass die Leser sie über kurz oder lang als einen Artikel der Turnzeitung Oder aber, was ich allen Vereinen als meinen Freunden wünsche« möchte, als Agitationsvortrag zu Gesicht oder zu Gehör bekommen.