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Jüdische Turnzeitung · 1904-09-01 · 9 (9.1904) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
9 (9.1904)
Date
1904-09-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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löti Nu. 9 Nicht mxr»Gehira und Nerven, auch die oberste Kraftstation des Nervenle1>ens, die Psyche selbst, erfährt beim Turnen und anderen Leibesübungen die heilsamste Beeinflussung, und darauf ist bei dem Streben nach Nervenhygiene fast das Hauptgewicht zu legen. Eine ganze Reihe wertvoller physischer Eigenheiten, die der Gehirnmensch in nervenauftreibender Arbeit eingebÜsst oder, aus entnervtem Geschlecht entsprossen, nie besessen hat, erwirbt er in geordnetem Turnbetriebe besser und schneller als durch alle guten Vorsätze am grünen Tisch. Selbstbewusstsein und Kraftgefühl. Selbstbeherrschung und Disciplin, Abstumpfung von Wehleidigkeit und Empfindlichkeit. Konzentration in der Abwicklung bestimmter Aufgaben und methodisches Fortschreiten zu höheren Leistungen — all diese Vorzüge, im Bereich körperlicher Arbeit erlangt, werden leicht als dauernder Gewinn auch auf das Feld geistiger Betätigung übertragen und dienen so der Psychohygiene im weitesten Sinne. Ein * scheinbar unserem Thema fernliegender Punkt sei noch, angedeutet. Je mehr der Turnsaal und Turnspielplatz zum Sammelpunkt unserer Jünglinge, zum Mittelpunkt ihres Bedürfnisses nach Erholung und geselliger Zusammenkunft wird, umso mehr werden die Tingeltangel mit ihrem verderblichen Nervenkitzel sowie die Nervengifte des Kaffee- und Wirtshauses aus dem alltäglichen Leben unserer jungen Männerwelt ausgeschaltet. Diese Reize mögen einer schwächlichen Generation angenehm tmd notwendig sein. Ein körperlich gesundendes und zu frohen Kräftespiel sich erhebendes Geschlecht wird auch edlere Anregungen für Geist und Seele suchen und so in höherer weiterer Bedeutung die Worte vom gesunden Sinn im gesunden Körper bestätigen und betätigen. Aus der jüdischen Turnerwelt Berlin. Behufs Beteiligung an der national-jüdischen Propaganda bittet das national-jüdische Comite" Mitglieder aller Männeruud Frauenabteilungen um Aufgabe ihrer Adressen. Mitteilungen zu richten an Vbr. G. Wolff, Marsiliusstr. 23 I. Das national-jüdische Comite. Blelitz. Kurz vor Schluss der Redaktion wird uns die traurige Mitteilung, dass der Obmann des Bielitzer Brudervereins, Herr Hugo Schrenzel auf einer Bergtour in den Alpen tötlich abgestürzt ist. Der Leichnam des Verunglückten wurde nach mühevollen Durchsuchungen des Dachsteins — dort war er laut Aussage des Touristenklubs am <>. August aufgestiegen — erst am •J't. August in einer 200 Meter tiefen Schlucht aufgefunden. Der völlig in Verwesung übergegangene Körper des Abgestürzten war gänzlich zerfleischt, es fehlten einzelne Teile, die wahrscheinlich den Raubvögeln zur Nahrung gedient hatten. Seine Identität konnte nur durch eine Legitimation konstatiert werden. Der Verblichene wurde am 28. August 1904 in seine Vaterstadt Prossnitz überführt, woselbst am HO. August das Leichenbegängnis stattfand. Dem Zuge folgten der gesamte Prossnitzer jüdische Turnverein, ferner Herr Samuel Richter als Delegirter des.Privozer

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