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Jüdische Turnzeitung · 1904-09-01 · 9 (9.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
9 (9.1904)
Date
1904-09-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Xo. i' 149 Turnerschaft nicht Aufgaben stellen, die der heutigen Lage der jüdischen Turnbewegung nicht entsprechen, wir erwarten aber, dass er innerhalb der abgesteckten Grenzen das leistet, Avas ihm allein Existenzberechtigung gewährt: praktische nationale Arbeit! Bar Kochba einst und jetzt. Von Bruno Kirschner. Wer Bar Kochba gewesen ist, was er erstrebt und was er erreicht hat, dürfte in den Kreisen der Leser dieser Zeitschrift bekannt sein. In früheren Jahrgängen (I, Heft 4 und II, Heft 3) ist das Wichtigste über ihn und den von ihm geleiteten Aufstand der Juden gegen die Römer (VA2—136) mitgeteilt worden, und es ist auch nicht der Zweck der folgenden Zeilen, bereits Ausgeführtes zu wiederholen. Wir wollen aber an dieser Stelle näher untersuchen, inwiefern unsere nationaljüdische Bewegung, insbesondere die Tendenz und die Tätigkeit des Turnverein Bar Kochba, mit jener nationalen Erhebung verglichen werden kann und mit welchem Recht der Name jenes alten Kriegshelden unseres jungjüdischen Gedankens Banner schmückt. Denn soll uns der stolze Name unseres Turnvereins mehr als ein blosses Schlagwort sein, soll er uns etwas bedeuten, das Leben und nicht nur tote Erinnerung in sich trägt, so müssen wir den mannigfachen Beziehungen nachspüren, die unsere Zeit mit den Tagen Barkochbas verknüpfen, müssen die äusseren Verhältaisse der Juden begreifen lernen, aus denen die beiden Bewegungen erwachsen sind, und natürlich nicht minder das innere Leben des Juden erfassen. Freilich werden wir dann auch neb,en den vielen Parallelen, die sich uns bieten, ebenso viele Differenzen entdecken, und gerade aus diesen letzteren auch für unsere Zeit und unsere Aufgaben manches lernen. Gehen wir also zunächst auf die Punkte ein, in denen der Barkochbaauf stand und unsere nationaljüdische Bewegung Uebereinstinmungen aufweisen. Es ist bemerkenswert, dass der Aufstand der Juden unter Hadrian nicht auf eine Zeit der schlimmsten Unterdrückung folgt. Zwar hatten sich die römischen Kaiser Domitian und Trajan äusserst feindselig ihnen gegenüber benommen, und Verfolgungen der Juden während ihrer Regierung waren an der Tagesordnung; auch hatten sie drückende Judensteuern eingeführt, die nur von Nerva, der zwischen Domitian und Trajan herrschte, zeitweise aufgehoben wurden. Unter Trajans Nachfolger dagegen Hadrian, besserte sich die Lage der Juden im Anfang merk lieh; dieser Kaiser, der aus politischen Rücksichten nach

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