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Jüdische Turnzeitung · 1904-08-01 · 8 (8.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
8 (8.1904)
Date
1904-08-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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No. 8 143 Exacteste die von ihm vorgezeigten Freiübungen. Hierauf traten die Oderfurter Vereinsmitglieder zu den Langstabübungen an, welche der Turnwart Herr S. Richter sehr wacker leitete. Bei den weiteren Produktionen Ubernahm der Vorturner des Oderfurter Vereins, Herr Grünberger, das Kommando über seine strammen Turner und zeigte eine imposante Reihe von Leiter-Pyramiden und Fuss-Pyramiden. Es folgte das Auftreten der Musterriege der Mähr.-Ostrauer Mitglieder am Barren, wobei sich ausser Herrn Vorturner Stapler die Herren Löbl, Sachs, Spitzer, Fuchs und Laufer durch besonders schöne Leistungen auszeichneten. Den Schluss des Turnens bildete eine Fuss-Pyramide des Oderfurter Vereins, welche die anschauliche Wiedergabe des Vereinsabzeichens mit den Langstäben zum Gegenstande hatte und dasselbe vortrefflich verkörperte. Sodann Uberreichte Frl. Schönhof dem Vorturner Herrn Grünberger (Oderfurt) einen prächtigen Lorbeerkranz. Da inzwischen die Zeit bereits sehr vorgerückt war, wurde von den weiteren Uebungen des Mähr.-Ostrauer Turnvereins abgesehen; das allgemeine Urteil aber ging dahin, dass die sämtlichen Leistungen rückhaltslose Anerkennung verdienen, die ihnen in der Tat reichlich gezollt wurde. In dem von Herrn Wilhelm Fuchs inszenierten Zirkus setzten die Herren Löbl und Siebenschein als Reckturner die Zuschauer in Erstaunen und urdrollig war das Gebahren der siamesischen Zwillinge als Freiturner, wobei dieselben das Antlitz a tergo hatten. Während der Zirkus-Vorstellung erschien eine klassisch-kostümierte Bigophon-Kapelle, als deren Dirigent eifrigst Herr Weiss fungierte- Bei eintretender Dunkelheit wurde die Hauptallee bengalisch beleuchtet, und um 1'29 Uhr versammelte sich das dichtgedrängte Publikum zum Fackelreigen, welcher auf dem Turnerpodium von den mit brennenden Fackeln herangekommenen Turnern bei Musikbegleitung in strammem Marschschritt geradezu glänzend ausgeführt wurde. Noch lange blieb die Gesellschaft in lebhafter Unterhaltung beisammen, sodass die Geisterstunde wohl längst verklungen war, aber frischer, lebendiger Geist herrschte in jedem Kreise, sowie die sichere Ueberzeugung, dass das ohne störenden Zwischenfall verlaufene Fest ein In allen seinen Teilen äusserst gelungenes war. Das Hauplverdienst an diesem herrlichen Erfolg ist unbestritten dem Obmann des hiesigen jüdischen Turnvereins, Herrn Dr. Neumann, zuzuschreiben, sowie den beiden Turnwarten, Herrn Stapler und Herrn Uchtenstern (Ostrau) und den Vorturnern Herren Grünberger und S. Richter (Oderf.), die ihre Sache sehr brav gemacht haben. An der Spitze der Festgäste erblickten wir mehrere Mitglieder des Gemeindeausschusses der Stadt Möhrlsch-Ostrau, sowie Abordnungen anderer Körperschaften, darunter Vertreter des wackeren Mähr.-Ostrauer Schützenvereins, die geschätzten Damen aus dem Vorstande des israelitischen Frauenwohltätigkeitsvereins, viele Deputationen benachbarter, auswärtiger Turnvereine etc. und andere gewählte Persönlichkeiten mehr. Stettin. Wenn wir die Berichte lesen, die andere Turnvereine an dieser Stelle veröffentlichen, wird uns wehmütig zu Mut. Wir können nicht, wie sie, von grossen Erfolgen berichten, ja, wir müssen gestehen, dass unser Verein noch immer den grössten Krisen unterworfen ist. Uns fehlt nämlich die wichtigste Voraussetzung für das Bestehen eines Vereins — das Vorhandensein einer genügend grossen Mitgliederzahl, denn selbst die eifrigste Agitation unsererseits, Vorträge, Diskussionsabende, Ausflüge, Annoncen, Flugblätter und regelmässiges Turnen haben nicht vermocht, uns soviel Mitglieder zu erwerben, wie erforderlieh sind, um die finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden. Einen Kenner «tettiner jüdischer Verhältnisse wird das nicht wundern, denn die «tettiner durch und durch „liberale" jüdische Gemeinde hat zwar Auch- und Bauchjuden, Mund-, Geld- und B. T.-juden aufzuweisen,

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