Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 7 (7.1904)
- Date
- 1904-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Südifdie Curnzeitong. monatsfdirffr für die körperliche Bebung der 3uden ßerausgegeben pon der Südlichen Curnerfdtaft. Redaktion: Dr. in. Zirker, Richard Soldin in eharlottenburg, 3. Beilbrunrt in Berlin. V. 3ahrg. Ilo. 7. ghariottenbuT'pe'tralozzirtr. 88a. 3uli 190*. Nachdruck der nachfolgenden Originalauftatze >»t nur mit genauer Quellenangabe gestattet. Theodor Herzl. Aus der Gedächtnisrede bei der Trauerfeier des „Bar Kochba." Von Elias Auerbach. Theodor Herzl ist tot. Zehn Tage ist es her, seit seine Augen sich schlössen, sett seine Glieder erschlafften, die unermüdlich für das jüdische Volk gearbeitet haben. Aber bald ist's mir, als sei es ein Jahrzehnt, so fern liegt mir der Tag, den ich nicht fassen kann, bald sehe ich ihn in seiner Lebensfrische unauslöschlich vor meinem Auge stehen. Das jüdische Volk, dem er sich einen kurzen Augenblick gezeigt hat, wird in Zukunft wie im Traum auf die schönen, auf die wunderbaren Tage blicken, wo es uns vergönnt war, mit ihm zusammen zu leben, und ein kurzes Stück Wegs mit ihm zusammen zum Ziele gegangen zu sein. Ein Jahr erst ist vergangen, seit es Herzl gegeben war, den Stolzesten Augenblick seines Lebens zu kosten. Es war auf seiner Reise nach Petersburg, als sein Volk ihn mit Tränen der Freude geleitete in allen Städten, durch die er kam. Wie der Siegeszug eines Königs war sein Weg, als er seine Brüder in ihrem Schmerze aufsuchte..... Und nun ist er dahin. Es gibt Momente im Leben der Völker, wo alles Geschehen sich auf wenige fieberhafte Augenblicke zusammenzudrängen scheint. So war unsere Zeit, als Herzl erschien. Als er kam, ging ein Sausen und Brausen durch das Volk, es war bisher nur Arbeit der Stille, ein Brodeln, und da fand sich zur grossen Zeit der grosse Mann, der mit einem Schlage, mit 7