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Jüdische Turnzeitung · 1904-04-01 · 4/5 (4.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
4/5 (4.1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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No. 4 63 der Juden eine Ausnahme gemacht habe. Die deutsche Turnerschaft sei, wenigstens was ihre Leitung anbetreffe, „kaum etwas Anderes als ein Ableger des Wald- und Wiesenliberalismus." Wir haben keinen Anlass, in diesen Streit uns einzumischen." Kleine Notizen. Ueber die Müitärtüchtigkeit der Juden hat sich in den letzten Wochen eine heftige Polemik entsponnen, auf die der Tod des jüdischen Leutnants Bendix In Südwestafrika sein besonderes Schlaglicht warf. Wir jüdischen Turner haben vielleicht mehr als andere ein inneres Interesse an diesem Streit, weil ja die MilitärtUchtigkeit in engem Zusammenhang mit der von uns erstrebten physischen Tüchtigkeit steht. Und diese physische Tüchtigkeit wird von unseren Gegnern a priori geleugnet. Was bietet wohl einen schlagenderen Beweis gegen das Gerede von der angeblich unaustreibbaren jüdischen Trägheit und Bequemlichkeit, als gerade unsere jüdische Turnbewegung? Beweist deren Aufblühen nicht die Freude ihrer Anhänger an freier und voller Entfaltung ihrer körperlichen Kräfte? Gewiss, wir Juden haben das Turnen noch mehr als andere nötig, aber schon jetzt ist die bisher doch nur künstlich unterbundene jüdische Kraft zu neuem Leben erglommen, so dass kein wahrheitsliebender Mensch von einer physischen Untüchtigkeit der Juden sprechen kann. Bücherbesprechung. Der Jüdische Student, Vierteljahreszeitschrift der Vereine Jüdischer Korporationen. Herausgegeben von Dr. Emil Cohn. Es geht uns das erste Heft des „Jüdischen Studenten", der Vierteljahresschrift der Vereine Jüdischer Studenten (im B. I. C.) zu. Die Zeitschrift will, weit entfernt von jeder Propagierung irgend einer Tendenz, in wissenschaftlichen und sachlichen Aursätzen in erster Linie die das moderne jüdische Leben bewegenden Fragen erörtern, doch soll auch das litterarischbelletristische Element nicht vernachlässigt werden. Zu den jüdischen Tagesfragen wird sie nicht Stellung nehmen, oder nur insofern, als wissenschaftliche Prinzipien dabei in Frage kommen. Das uns jetzt vorliegende Heft (36 Seiten) enthält eine Reihe hochinteressanter Artikel. An der Spitze steht eine philosophische Studie des Herausgebers Dr. Emil Cohn, in welcher eine physiologisch •entwlckelungsgeschlchtllche Analyse des nationalen Bewusstselns versucht wird. Es folgen interessante Beiträge von Arnold Kutzinski (zur jüdischen Rassenfrage), Fritz Schnürer (Kahal, Cnewra und der jüdische Arbeiterbund), Martin Friedländer (Gedichte), Eugen Mayer (Kritik HeUermansscher Werke), schliesslich eine umfangreiche historischstatistische Tabelle Uber die Juden in Rumänien, ebenfalls von dem Herausgeber. Das 2. Heft, das im Juni erscheint, verspricht unter anderem einen Aufsatz von Theodor Zlocisti, sowie eine nationalökonomische Arbeit über das Jüdische Proletariat in England und Amerika. Die Vierteljahresschrift erscheint in Kommission des Jüdischen Verlages, Berlin, Grossbeerenstr. 75. Der ausserordentlich billige Abonne mentsprels beträgt jahrlich Mk. 2,—. Preis des Einzelheftes Mk. 0,5i>. Bei der Redaktion sind eingegangen: Sammlung beliebter und bewegungtrelcher Turnapiele für Volks- und Mittelschulen von Eduard KUffner, Lehrer an der Volksschule und Turnlehrer am kgl. Schullehrersemlnar WUrzburg. Buchers Verla«. Wurzburg. 12u (Taschenformat) I V1H 94 Seiten. Preis: broch. 75 Pfa. eleg. gebd. Mk. 1.-.

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