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Jüdische Turnzeitung · 1904-03-01 · 3 (3.1904) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
3 (3.1904)
Date
1904-03-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 3 51 Einzelne jüdische Familien wohnen in mehreren Städten Japans; eine organisierte israelitische Kultusgemeinde besteht aber nur in der Stadt Nagasaki. Die Gemeinde zählt zwar nur 122 Seelen; trotzdem besitzt sie eine Synagoge; vor einigen Jahren Hessen sie 3 Sifre Thora kommen; auch eine Chewra Kadischa besteht daselbst und die kleine Gemeinde hat bereits einen Friedhof angelegt, einen Rabbiner, einen Schächter, einen Kantor angestellt. Auch ein Mohel ist vorhanden und alle Kultuseinrichtungen einer jüdischen Gemeinde. Ein deutscher Jude, welcher vor Jahren in Nagasaki eingewandert war und dort ein Hotel eröffnet hatte, heiratete eine zum Judentum übergetretene Japanerin. Der Mann starb und die Witwe leistete den grössten freiwilligen Beitrag zum Bau derSynogoge. Ober die Juden in Japan enthält „Der Freund" einige wissenswerte Mitteilungen. Erst seit kurzer Zeit dürfen sich Fremde in Japan niederlassen. Eingeborene Juden gibt es daselbst nicht. Sie sind eingewandert aus Sibirien, aus den englischen Häfen, aus Palästina und China. Die jüdische Kolonie im Lande des Mikado wächst von Tag zu Tag. Ausser einigen grossen Geschäften befassen sie sich mit Kleinhandel, die aus Sibirien Eingewanderten betreiben das wenig beneidenswerte Gewerbe von Schnapsschänken. Die Juden, welche aus dem Osten eingewandert sind, sind sehr fromm und führen ein ordentliches Leben. Die arabischen und Palästinajuden kommen zumeist als Meschulochim, um Spenden zu sammeln. Nur ein kleiner Teil von Japan ist für Europäer geöffnet. Der grösste Teil ist bisher unerforscht. Soviel wir wissen, befinden sich jetzt in Japan 200 jüdische Familien. _ (Jüd. Volksblatt.) Aus der Jüdischen Turnerwelt. Pfingstturnfahrt der Jüdischen Turnerichaft! Es wird beabsichtigt, an den drei Pfingstfeiertagen eine gemeinsame Turnfahrt aller jüdischen Turnvereine nach dem Riesengebirge zu unternehmen. Die Vereine, welche beabsichtigen, sich hieran zu beteiligen, werden gebeten, sich binnen 3 Wochen an den Unterzeichneten zu wenden. Theobald Scholem, 1. Turnwart der „Jüdischen Turnerschaft", Berlin S., Sebastianstrasse 20.

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