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Jüdische Turnzeitung · 1904-03-01 · 3 (3.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
3 (3.1904)
Date
1904-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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3üdifdie Uurnzeihmg. lllonafslthiltt ffir die körperliche Bebung der Süden ßerausgegeben poa der Südlichen Cumerfcbaff. Redaktions Dr. med. Richard Blum, Hrzt In Berlin, Dr. phJI. Ernst Cuch, . Shariotfenburg. V. gahrg. no. 3. ommSS^UMki' ' Mte 190*. Nachdruck der nachfolgenden Originalaofaatze ist nur mit |WMWr Quellenangabe gestattet. Einige Notizen über die körperliche Lage der Juden in Galizien. Von Dr. B. M. Zweig -Wien. Heute weiss schon jeder, der sich einigermassen mit der Judenfrage beschäftigt hat, dass der körperliche Zustand der Juden des Ostens, also auch Galiziens, ein schlechter, ein sehr schlechter ist -Wenn» wir aber nicht bloss jammern, sondern bessern wollen, heisst es, sich die Dinge naher ansehen, damit wir erkunden, wo der Hebel anzusetzen wäre. Die Not ist gross im Lande. Die Sorge um das tagliche Brot zermürbt die Seelen und Leiber. Ehe nicht eine ökonomische Hebung eintritt, ist auch auf einen gründlichen Umschwung in physischer Beziehung wenig zu rechnen. Doch ein in der Jugend wohlgepflegter und gestählter Körper vermag der Not und sonstiger Unbill des Lebens zähe zu widerstehen. Wie steht es nun um die jüdischen Kinder? Theoretisch gilt in Galizien der Schulzwang zum Besuch der öffentlichen Volksschulen und an diesen ist der Turnunterricht theoretisch obligat. Die Juden aber besuchen diese Volksschulen, wenigstens auf dem Lande, zum grossen Teile nicht. In Ostgalizien hindert sie daran schon die ruthenische Unterrichtssprache, der sie fremd gegenüberstehen, allerwärts ihre religiöse Ausschliesslichkeit und ihr Sonderstreben bezüglich des Unterrichts- und Erziehungsresultates. So werden die Judenkinder in den Chedarim aufgezogen, engen, finsteren und feuchten Stuben, in denen nebst dem mächtigen Ofen und dem Familienbett, des Lehrers ein Tisch mit einer Bank davor Platz finden. Auf dieser Baak hocken verkrümmt die Schüler, im Alier von 5, 4, selbst 8 Jahren an bis zum Alter von 12 Jahren 3*

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