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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1921-01-01 · 1-4 (1921) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
22 (1921)
Issue
1-4 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 seinen verfälschenden Stempel aufdrücken konnte. Ihre Bewegungen sind nicht so lebhaft wie die der Chassidim, aber auch sie haben allen Anstrich des Aeußerlichen verloren; ihre Augen sind blicklos, ihre Sinne nehmen nich1 auf: unerhörte Ekstase hat sie erfaßt. Ich habe an der Kotel hamarawi Frauen weinen gesehen, doch ihr Weinen war ein Trauern oder Sorgen um Menschen oder Bewegnisse des täglichen Lebens; den Männern aber, in denen die ekstatische Konzentrationsfähigkeit schon seit Tausenden von Jahren ist, fällt der Tag im Augenblicke des Betens ins Niegewesene, Zeit gerinnt und Raum wird Nichts. Sie sehen mehr: ihre Seele ist jenseits des Erkennens: sie Ist ins Nichts eingegangen, schwingt sich in großer Herrlichkeit zu Gott, und die Quadern der Mauer sind innen Zeugen ihrer Ewigkeit. Die Sephardim beenden das Gebet. Jeder Einzelne küßt die Mauer, verbeugt sich tief; küßt seine Hand, die die Steine berührt hat und geht unter steten Verbeugungen, das Gesicht der Mauer zugekehrt, nach rückwärts. Wenn ihm der letzte Stein der Mauer im ungewissen Lichte des halben Mondes verschwommen ist, dann erst dreht er sich um. I (Die anderen Nächte Jerusalems aber sind still; es sei denn, daß der Vollmond sie so hell., durchleuchtet, daß die Bezalelschüler im Freien ohne künstliche Beleuchtung zeichnen. Dann wird auf den Dachern gesungen — wie oft hörte ich Jael und Channe Mejuchas, die besten Kennerinnen des hebräischen Volksliedes, Schomerlieder von dem Dache in der abessynischen Straße singen! — dann wird die Nacht zum Tage, und was die Hitze des Tages niederschlug, lebt auf im Eindrucke der wunderbaren palästinensischen Silbernächte.) Nirgends sind die Nächte so wie in Jerusalem. Und wenn auch draußen in den Kolonien die Nächte mit ihren gellenden Rufen, mit den schweren betäubenden Düften der Orangenblüten, mit ihren SchomSrliedern und mit den winselnden Schakalen palästinensisch genug sind, wenn auch die Wüstennacht mit ihren heulenden Einöden und mit ihrem unfaßbaren Sternenhimmel erhabener ist als irgend etwas, und wenn auch die Nacht bei den Palmen Jerichos erschütternder ist in ihrer unerhörten Pracht als irgendeine andere Nacht, ist die Nacht Jerusalems in ihrer wunderbaren heimlichen Schönheit, in ihrer Heimatlichkeit dem, in dessen Blut Jerusalem ist, unendlich nahe und ergreifend. Nichts ist ihr vergleichbar, nichts ihren geheimnisvollen Gassen, nichts ihrer tief innerlichen Schönheit. Wer Jerusalem bei Nacht nicht erlebt hat, hat nichts erlebt. Die 3uden in Palästina. (Plan zum Ausbau Don Beiraabenden mittels DurrJinabme dod:) G*e s c n i c h t e: Biblische Legende: Verheißung an Abraham. Aufenthalt der Stammväter. Fortzug nach Aegypten. Rückkehr aus Aegypten. Wüstenwanderung (Moses). Sinaigesetzgebung (Jahwe). Wiedereroberung Palästinas (Josua). Verteilung der zwölf Stämme, Richterzeit. Theokratie, abgelöst durch die Könige Saul, David, Salomo. Teilung des Reiches. Priestertum. Propheten. Vernichtung des Nordreiches (Samarien) durch die Assyrer (722 v. Chr.). Die Bewohner von den Assyrern fortgeführt, im fremden Land untergegangen. Vernichtung des Südreiches durch Babylonier (erste Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr. Jeremias). Die Bewohner nach Babylonien fortgeführt. Sie erhalten sich im Exil (50 Jahre). Rückkehr aus dem Exil (539 v. Chr.) Esra und Nehemia (Restauration). Das „Gesetz", Absonderung vom Heidentum. Palästina unter persischer Herrschaft. Alexanderzug. Griechisch - syrische Epoche.

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