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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 12 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
12 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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37 in Prag stattfindende Sporttagung, auf der entschieden werden soll, ob der Zwiespalt zwischen beiden abzuschaffen sei. Dr. D e s e n s y , als Vertreter der Sportexekutive, verlangt die Gründung eines Fußballverbandes und eines allgemeinen Sportverbandes, empfiehlt die Annahme des von Steiner vorgebrachten Arbeitsausschusses und ist nicht der Ansicht, daß die Sportvereine und die Turnvereine in einem einheitlichen Verband werden arbeiten wollen. ■ Tb. Dr. Sonnenfeld (Brünn) erwidert dem Vorredner und verweist auf die Berührung der gemeinsamen Arbeit. Der Streit der Meinungen hat seinen Ursprung in den Verhältnissen in Prag, im Verhältnis des dortigen Makabi zum dortigen Sportklub Hagibor, und diese rein lokale Angelegenheit' darf nicht ihre schädlichen Wirkungen ausstrahlen auf das ganze Sport- und Turnlcben in der Republik. Er fordert alle auf, vor allem die Interessen der jüdischen Jugend zu wahren. Tb. Blum (Brünn) fordert die Einigung, eine einheitliche Leitung und die Bestellung eines gemeinsamen Sekretariats. Tb. Bloch (Prag) fordert die Gründung eines National- Jüdischen Verbandes, in welchem jedoch nur jüdischnationalc Turn- und Spurtvereine organisiert werden können. Tb. Emmerich Hoffmaiiii (Prag-K. L.) spricht sich gegen den ursprünglich geplanten Arbeitsausschuß aus, weil er auf der Tagung eines Besseren belehrt wurde. Die Basis einer gemeinsamen Arbeit gibt das Kulturreferat Pacos. Mit Rücksicht auf das nahende Schauturnen fordert er eine energische Beschleunigung der Arbeit. Tb. Pacovskv (K. L.) erklärt das Mißverhältnis zwischen Makabi und Hagibor - Prag, f ordert einen engen Zusammenschluß aller Vereine der körperlichen Erziehung. Stellt und begründet den Antrag auf Bezug der Berliner Turn- und Sportzeitung durch alle Vereine. Das hebräische Turnkommaiidü, ohne den festen Willen, die Vereinssprache in den Turnvereinen einzuführen, ist eine Halbheit, und was Makabi nicht nur heißt, sondern ist, bekämpft und vernichtet jede Halbheit. Die erste Bedingung der Zugehörigkeit zu einem Volke ist: das Volk zu verstehen, d.h. seine Sprache zu sprechen. Tb. (i o I d (Lundeuburg) spricht sich für einen gemeinsamen Verband aus und fordert eine bewußte Kulturarbeit. Tb. Paul Steiner (Pilsen) erwähnt die traurigen Verhältnisse unter der slovakischeu Judenheit, die er gelegentlich seines Aufenthaltes in der Slovakei kennen gelernt hat und fordert trotzdem eine energische und gut geleitete Propaganda, "fordert einen gemeinschaftlichen Verband. Tb. Weil (Hradisch) fordert alle auf, bei den Verhandlungen in Prag einen gemeinsamen Verband zu gründen mit i Sektionen: Turn-, Sport- und Eußballsektionen. Folgende Anträge werden angenommen: 1. Es ist mit allein Nachdruck dahin zu wirken, daß die hebräische Sprache in den Vereinen gepflegt wird. In jedem Vereine ist ein hierzu befähigtes Mitglied mit der Leitung der Erziehungsarbeit zu bestimmen. 3. Die ersten vorturnerprüfungen finden beim Kreisfest 1921 statt. Hierzu werden nur jene Vorturner resp. Vorturnerinnen zugelassen, welche die /bsolvieruiig eines Verejnsvorturnkursus nachweisen und das hebräische Turnkommando cinwandsfrei beherrschen. 4. Das 1. Kreis-Turn- und Sportfest findet am 3., 4. und 5. Juli 1921 in Brünn statt. 3. Die Kreisleitung ist zugleich Festausschuß, der erweit er ungtfäh ig ist. Zur Beratung und Durchführung, technischer Arbeiten wird von dieser ein technisches Komitee eingesetzt. 0. Die K. L. wird beauftragt, mit den übrigen jüdischen Turn- und Sport-. verbänden das Einvernehmen zu pflegen und den Weltkongreß der jüd. Turn- und Sportbewegung für den 3.-5. Juli 1921 in Brünn entsprechend vorzubereiten. 12

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