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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 11 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
11 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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25 Der neue Hakoah-Sportplalz. Der Wiener Morgenzcitung entnehmen wir: Nach jahrelangem Bemühen ist es dem Sportklub Hakoah endlich gelungen, ein entsprechendes Terrain zur Anlegung einer großartigen Sportanlage zu gewinnen. Der Baugrund befindet sich im Prater und ist Eigentum der üonau- Kegulierungskommission, von der dit: Hakoah einen langfristigen Vertrag erhalten hat. Die Sportanlage, mit deren Bau noch im Herbst begonnen werden soll, dürfte mustergültig werden. Sie wird einen großen Fußballplatz, Laufbahn und sonstige athletische Anlagen, einen kleineren r ußballplatz, gleichfalls Hockeyplatz, ö—8 Tennisplätze, sowie einen Kinderspiel- und Turnplatz besitzen. In einem eigenen Klubhause werden die Saalsportsektionen des Vereins untergebracht werden. Die Zuschauerräume werden über 30 000 Wettspielbesuchern Platz bieten, darunter 4000 Sitzplätze. Die Leitung der Hakoah wird alles daran setzen, den Bau der Anlage so zu beschleunigen, daß sie noch im nächsten Sommer dem Gebrauch übergeben werden kann. Der neue Hakoahplatz wird nicht nur den Mitgliedern des Vereins, sondern der gesamten jüdischen Jugend zu einer Stätte körperlicher Erholung werden. Jüdischer Sport in der Kriegsgefangenschaft. (Aus einem Briefe; Wiener Morgenzeitung). In den letzten zwei Jahren von März 1018 bis April 1920 lebte ich frei in Irkutsk als Leiter eines jüdischen Turn- und Sportklubs, und als Turnlehrer in der jüdischen Schule. Ich'habe eine sehr angesehene Position in der jüdischen Gesellschaft eingenommen und konnte viel Nützliches wirken. Die liebevolle Aufmerksamkeit, die mich hier umgab, mußte mir über das schmerzliche Bewußtsein, Euch soweit entrückt zu sein, hinweghelfen. Der Jüdische Turnklub, dessen Leitung ich inne hatte, war durch mich selbst gegründet worden. Dieser Klub hatte aber nicht nur die körperliche Hebung des Jüdischen Volkes sich zum Ziel gesetzt, sondern führte auch ein enges Zusammenleben besonders der hiesigen jüdischen Jugend herbei, die an mir mit rührender Liebe hing. M:ine Tätigkeit, anfangs nur auf Irkutsk beschränkt, erstreckte sich in der Folge auf ganz Sibirien, wo immer es eine jüdische /ugend gab. Unsere Hoffnung, in einem Zuge bis an die Grenze befördert zu werden, hatte sich leider nicht erfüllt. Unserer Reise wurde in Omsk ein vorläufiges Ende gesetzt. Der Abtransport der Kriegsgefangenen in die Heimat geht wohl vor sich, aber infolge der herrschenden Kriegsverhältnisse zwischen I olen und Rußland z iemlich langsam. Ich bin bereits 3 Monate hier in Omsk und noch weiß ich nicht, wann die Reihe an mich kommt. Unterdessen lebe ich hier, ich habe meine Anstellung und mein Brot. Ich bin in der hiesigen Volksbildungsabteilung angestellt. Erst hatte ich das Amt eines Instruktors für körperliche Erziehung bei den Kinderklubs, hernach Geschäftsführer der Sektion für darstellende Künste. Außerdem habe ich zweimal wöchentlich Vorträge gehalten für körperliche Erziehung, für Lehrer, Kindergäjtner- und ^Gärtnerinnen. Auch meine Irkutsker Tätigkeit setze ich, zu einem kleinen Teile freilich nur, hier fort — als Vorsitzender des Komitees des hier bestehenden Jüdischen Sport- und Turnvereins. Schwere Bestrafung der Hakoah. Der Straf- und Meldeausschuß des Niederösterreichischen Fußballvtej-bandes hat den Sportklub Hakoah zu 3000 Kronen Geldstrafe verurteilt, und den Sektionsleiter Baar auf die Dauer von o Monaten von.jeder Funktion im Verein suspendiert, weil der angeblich noch nicht spielberechtigte Boras in Deutschland aufgestellt wurde. Die Hakoah hat gegen diese Entscheidung Einspruch erhoben. Ein Vorschlag. Der Wiener Sportklub Hakoah besitzt eine Musiksektion, deren wichtigster Bestandteil, ein Mandolinenörchester. Mittelpunkt der musiktreibenden Juden Wiens geworden ist. Auch ein Chor hat sich gegründet. Es wäre zu erwägen, ob unsere deutschen Vereine sich nicht ebenfalls zur Gründung von Orchestern aufraffen konnten. Wäre das doch eine Möglichkeit, ostjüdische Musik zu pflegen, sich einer geschmackvollen Orchestrierung der Sportfeste zu erfreuen und späterhin, wenn diese Vereinigungen Künstlerisch ein gewisses Niveau erreicht haben, musikalische Veranstaltungen zugunsten des Nationalfonds und Keren hajjessod zu machen. 1 1

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