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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 11 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
11 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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14 Das große Ereignis der beiden folgenden Jahre war die Entstehung der „Maccabi-Organisation". So nannte sich der Verband der jüdischen Turnvereine im ottomanischen Reich und in Rußland. Zur Madcabi-Organisation gehörten, außer denen Palästinas, die Verein« Konstantinopels und seiner Vorstädte, sowie die von Adrianopel und Saloniki. Während einer Tagung sämt- . licher bulgarischer Turnvereine zu Warna erschienen Vertreter der Madcabi- Organisation, die jetzt 2500 Mitglieder zählte. Der 5. jüdische Turntag, der, zum ersten Mal nach 3 jährigem Zwischenraum, 1912 in Berlin stattfand, und der von 27 Vereinen, darunter Zürich und Jaffa besucht war, brachte die Einteilung in Landeskreise. Man unterschied damals einen deutschen, westösterreichischen, galizischen, türkischen und palästinensischen Kreis. Die hohe Bedeutung dieser Einteilung sollte sich erst während der Kriegszeit zeigen: Als der Verkehr der einzelnen Landeskreise Untereinander durch die politischen Ereignisse mehr und mehr erschwert wurde, stellte es sich als unabsehbarer Vorteil für die Landesverbände heraus, daß sie, in sich abgeschlossen, auch ohne die gemeinsame oberste Führung, ein jeder für sich, auf dem ihnen angewiesenen Wege ohne die Gefahr gänzlichen Auseinanderfallens fortschreiten konnten. Ein letzter Triumph vor dem großen Winterschlaf war der Jüd. Turnerschaft auf dem Wiener Kongreß 1913 beschieden, wo 1500 tätige Mitarbeiter vor 15 000 Zuschauern turnten. Damals konnte die Jüd. Turnerschaft ihr 10jähriges Jubiläum begehen. In der Festnummer der „Jüdischen Monatshefte für Turnen und Sport" vom August/September 1913 (14. Jahrgang, S. 175) befindet (sich ein kurzer Epilog Max Nordaus unter dem Titel „Jüdische Turner'. Eine Tabelle der letzten Zahlen vor Kriegsausbruch mag ein Bild vom damaligen Stande der Jüd. Turnerschaft geben: Deutscher Kreis: 18 Vereine 2000 Mitglieder Westösterreich: 24 „ 2500 Oalizien: 17 „ 600 „ Türkei : (Gau Konstantinopel) 1 „ 500 „ (Adrianopel u. Saloniki) 2 „ 200 „ Bulgarien: 12 „ 2000 „ Palastina: 10 „_580_„____ 84 Vereine 8380 Mitglieder Während des Krieges löste sich mit dem Unmöglichwerden der Abhaltung von Turntagen auch der Ausschuß auf. Bis zum heutigen Tage ist es nicht gelungen, einen neuen Ausschuß zu gründen. Der Verkehr unter den Landeskreisen wurde mühsam auf dem Wege der Korrespondenz aufrecht erhalten, ein freilich sehr unzulänglicher Weg, hier, wo nicht der noch so rege Austausch der Gedanken, sondern einzig und allein tätiges körperliches Zusammenarbeiten, das* Messen der Kräfte aneinander, die gegenseitige Kritik fördern und helfen können. Eine unausbleibliche Folge der allgemeinen Lage war das fast gänzliche Versagen der Turnzeitung. Von den 5 Kriegsnummern stammen (bezeichnenderweise die 3 letzten aus dem Jahre 1918. Immerhin geben diese Hefte manche interessanten Aufschlüsse über die Lage in Deutschland und den östlichen und südöstlichen Ländern während des Krieges, worauf näher einzugehen in diesem Rahmen zu weit führen würde.*) In letzter Zeit ist «He Berliner jüdische Turnzeitung wieder teilweise in ihre Stellung als Weltorgian eingerückt. Alles, was wir heute über die Lage der Jüd. Turnerschaft wissen, beschränkt sich naturgemäß hauptsächlich auf den deutschen Landeskreis. Derselbe umfaßt außer der Berliner Turnerschaft die jüdischen Turnvereine in Bremen, Breslau, Cassel, Chemnitz, Cöln, Danzig, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Halberstadt, Halle, Hamburg, Hannover, Katta- _ witz, Königsberg, Leipzig, Mainz, Mannheim, Marburg, München, Nftmbiejg» Stettin, Wiesbaden, Würzburg und Zwickau. Besonders entwickelt ist natür- •) Für Interessenten liegen die Kriegsnummern bis auf das erste, leider vergriffene Heft, im Büro des Bar Kochba in der Heiligengeiststraße.

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