Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 10 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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5 vtnhtyj orapjt - „diefrüheren Aeltesten", d'öjd -* »die Weisen" jjyi „unsere Herren" oder '3-3 „mein Herr", von'manchen werden sie auch als d"#vi$ — „Pharisäer" (Abgesonderte) bezeichnet. Die 2. Epoche reicht bis etwa 200 n. Chr. Aus ihr stammen die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen. (Sie wurden niedergeschrieben, weil die Juden zu jener Zeit immer mehr und mehr zerstreut wurden und man befürchtete, die sorgfältig von Geschlecht zu Geschlecht überlieferte „mündliche Lehre" könnte verloren gehen). In dieser Zeit wurden die grundlegenden Werke des Talmud abgefaßt, die MiSna — „die zweite (nächst der Thora oder mündliche) Gesetzlehre", — (ferner die „Mechilta", „Ssifra" und „Ssifre". Die Lehrer dieser Periode führen außer den obigen Namen (der 1. Epoche) auch den Namen tf«}e (Tannaim)2) Miänahlehrer. Der Sitz der Lehrer bis zu dieser Zeit war Palästina. Die 3. E p o c h e geht bis in das 6. Jahrhundert n. Chr. hinein. Aus dieser Zeit stammen die Erklärungen zur MÜnah, die (Gemarah)„Vervollständigung" und ein bedeutender Teil derofyfl? (Midrasim) „Schriftforschungen". Die Lehrer dieser Epoche, orfem (Amoraim) — „Redner", „Ausleger der Tannaim", wohnten nicht mehr alle in Palästina. Der weitaus größte Teil befand sich in dem von dem Römerjoch nicht berührten, freien Lande Baby Ion Jen. Man unterscheidet daher eine „babylonische Gemara" und eine „palästinensische Gemara". Sie wurden zusammen mit der M i $ n a später herausgegeben als „babylonischer Ta 1 m u d " bezw. als „palästinensischer Talmud ".') Nach dem Inhalt teilt man den Talmud ein in einen h a 1 a - chischen,*) „gesetzgebenden" und einen haggadischen,6) „erzählenden" Teil. Die halachischen Abschnitte gehen mit den haggadischen bunt durcheinander. Die Halachah (rechtliche Entscheidung) des babylonischen Talmud ist nicht immer die gleiche wie die des palästinensischen. Maßgebend und bis in die neueste Zeit auf eifrigste studiert ist mehr der babylonische Talmud als der andere. Nach den verschiedenen Stoffen ist der Talmud in 6 Ordnung e n, diese wieder in Traktate eingeteilt. Im ganzen gibt es 60 Traktate. D i e 4. E p o c h e ist die der tntt*9 (Saboräer) - „scharfsinnige Erklärer" und reicht bis in unsere Gegenwart In der Neuzeit werden diese Rabbiner genannt. a) Derselbe Stamm wie n}t? oder K}^ — wiederholen, sprechen. 8) Das Wort Talmud ist hier im engeren Sinne gemeint, also nur Wi Jnall und dazu eine der beiden Oemara. 4) von nj^gj - „Oang", Wandel", „Oesetz". 6) '"VJP — „verkünden", „Erzählung", „Sage". 1 0