Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 9 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 ist mir nicht recht verständlich. (Siehe Am». 1 d. Red.) Ich hatte das Gefühl, d^ß auf Seiten der Veranstalter das wirkliche Interesse und die Freude an der Abwickelung des Sportfestes aktiv mitzuarbeiten und den auswärtigen Tunibtüdern und Turnschwestern ein Fest zu geben, an dem teilzunehmen ihnen Freude und ein Genuß ist, fehlte. (Gewärtiger Irrtum, die Red). Dieses ist aber unbedingt notwendig. Jede Vorarbeit muß von dem Wunsche diktiert sein, durch eine glänzende Abwickelung und einer bis aufs kleinste vorgearbeiteten Organisation, jedem Teilnehmer gleich von vornherein die für das Hervorbringen guter Leistungen nötige freudige Stimmung und Zufriedenheit zu verleihen. Hatte "er Hamburger Bar Kocnba einige Monate vorher bei seinem Sportfeste auch ">'iele organisatorische Fehler begangen, so hatten wir alle, die an diesem Tage mitwirkten, doch das Gefühl, daß hier auf das eifrigste gearbeitet worden war, "rn ein würdiges Sportfest zu veranstalten. Darum sind uns das Hamburger Sportfest und überhaupt die Tage in Hamburg noch heute in so angenehmer Erinnerung, weil wir aus allem den Wunsch sahen, durch dieses Fest die Bande enger zu knüpfen mit den Turnschwestern und Turnbrüdern anderer Städte. Der Berliner Turntag, besonaers aber das Sportfest, haben uns nicht JjJn ein Atom näher gebracht. Nie wieder darf ein Sportfest, das ja die Krönung des Turntages sein soll, mit so wenig Liebe und Interesse abgewickelt werden, wollen wir nicht, daß die mehr oder weniger erfolgreich geleistete Arbeit "i den einzelnen Städten durch einen solchen Turntag zunichte gemacht wird. Lassen wir dieses Sportfest in den Orkus verschwinden, und arbeiten wir alle an unserem Orte und der für uns geeigneten Stelle, damit der nächste Turntag wieder Leben und Bewegung zeigt, damit wrr durch unsere Leistungen und die Zahl der Beteiligten zeigen, daß es nicht nötig lst, darüber zu diskutieren, ob wir eine Jugendbewegung sind oder "'cht. Hüten wir uns, aus dem Resultat des Turntages falsche Schlüsse über die Zukunft der Turnerschaft zu ziehen. Hüten, wir uns, vor der sich an Wehreren Orten einschleichenden Genügsamkeit und Gleichgültigkeit. Mit der | urnerschaft darf es nicht abwärts gehen. Was wir brauchen, ist eine reinliche Säuberung in den einzelnen B. K.s. und eine Auffrischung und Neubelebung, besonders durch junge Kräfte, die nicht tatenlos mitlaufen und sich mit einem stets gleichbleibenden monotonen Turn- oder Sportbctrieb zufrieden geben, sondern den Turnbetrieb zu beleben verstehen, selbst stets vorwärts streben, stets an sich arbeiten, nie mit sich zufrieden sind und danach trachten, immer vollkommener "nd in zionistischer Hinsicht ehrlicher und aufrichtiger zu werden. Solche Menschen müssen wir in unseren Jugcndabtcilungeii hochziehen. Dann wird innen die Mitarbeit nicht mehr ein Hemmschuh sein, sondern ein selbstverständ- 'ut ^fdürfnis werden, und sie werden dafür sorgen, daß in unserer Turnerschaft wieder Leben und Bewegung fließt, frisches und gesundes Leben, daß auch de Aelteren aus ihrer passiven und gleichgültigen Stellung herausreißt und sie jur aktiven Mitarbeit zwingen wird. Die aber nicht mitmachen wollen, die sich Pegnügen mit der passiven Zugehörigkeit und jeder notwendigen Entwickelung ln den Weg treten, müssen aus unserer Bewegung heraus, und sollten sie selbst die besten Turner und tüchtigsten Sportsleute sein. Wir wollen in unseren Reihen mehr als bloß nationalgerichtete Mcnsclien haben. Wir wollen Menschen 1". 'hnen sehen, mit denen Turn- und Heimabende zu verleben uns Freude macht. ~*es kann nicht von oben herab, vom Vorstand der Turnerschaft, geschaffen werden. Aber jeder, selbst der kleinste Verein, kann dies erreichen. Nur ist «azu nötig der leider bisher oft fehlende Mut, alle die auszuschalten, die in> t t^f S'nt' und ans'e"e beständiger Reibereien und kleinlicher Zwistigkeiten bl "h Udigc selrjstIose Arbeit zu setzen. Dann wird der Erfolg auch nicht anseioen und der nächste Turntag wird ein anderes Gesicht zeigen, als, der ergangene. Tumbücfier. Von Julius Hirsch, Kreisturn wart. sein w^'r 'st noc^ nic ein S"ter Turnwart oder Vorturner begegnet, der nicht Können und sein Wissen aus Büchern ergänzt hätte. Wir jüd. Tumer hier 9