Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6492385-5965084-5965416--754-4923537- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
34 auf wieder ein anderes Gerät aufgebaut, wiederum eine Uebung durchgeturnt und dann wieder das erste Oerät zu einer weiteren Uebungaufgestellt. ) Hervorzuheben ist noch, daß die Schweden ohne Brett und Matte turnten. Zum Anlauf waren Laufbretter gelegt; zur Verllinderung des Ausgleitens beim Absprung diente ein Läufer. Das Fest brachte nichts wesentlich Neues. Man hatte mehr erwartet. Nachwort zu den schwedischen Turnvorführungen in Berlin. *) Von Julius Hirsch, B. K. - Berlin. Das schwedische Turnen nennt als seinen Gründer Peter Heinrich Ling, geboren 1776 in Stockholm. Dieser fMann war stark gichtkrank, und im Gefühl seiner eigenen körperlichen Unzulänglichkeit wollte er der Menschheit zur Erstarkung und Gesundheit verhelfen. Er schuf ein System von Leibesübungen und unterschied darin genau vier Arten: 1. Das pädagogische Turnen, j. die Heilgymnastik, 2. das militärische Turnen. 4. das ästhetische Tinnen. Vom Rudersport: Vierer-Mannschaft des Bar Kochba-Hamburg. Das schwedische Turnen ist die Gymnastik einzelner Muskeln, die auf streng wissenschaftlichen, anatomischen und physiologischen Grundsätzen aufgebaut ist. Im Jahre 1860 schickte die preußische Regierung den Major Kotnstein vom Knegsminisrerii/m und Teschow zum Studium des schwedischen I urnens nach Stockholm. Beide kehrten begeistert zurück und wurden große vorKampfer dieses neuen Systems. Rothstein wurde Direktor der 7entra!turnbildungsatistalt in Berlin, aber die einzelnen Lehrer dieser Anstalt waren Verfechter des deutschen Turnens nach Jahn und Spieß. Es beirann nun ein standiger Kampf der führenden Turnlehrer um diese beiden Systeme, und Kothstem mußte 1862 von seinem Platze weichen. Die Jahn-Spieß'sche Gymnastik gewann die Oberhand.") Man fand die schwedische Gymnastik zu ein- ') Allerdings ist der häufige Gerätewechsel vom schwedischen Standpunkt aus berechtigt, da er im Gegensatz zum deutschen nicht von der Uebungsmöglichkeit ausgeht, die das betreffende Gerät bietet, sondern ganZ allein von Jen Uebungsbcdürfnissen des Körpers. * . *) Vgl. auch den Aufsatz „Schwedisches Turnen" von Fritz Scherbei 'm Sept.-Okt. - Heft v. Js. ") Teils aus praktischen, mehr aber aus nationalen Gründen. (Dl Red.)