Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 6 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22 hinausgeht, denn Takt im sportlichen Leben unterscheidet den Sportsnrann mehr vom Preisjager, als außergewöhnliche Leistungen. Neid und Mißgunst besseren Leistungen gegenüber, Stolz und Ueberhebung bei eigenem Können sind im höchsten Grade unwürdig und häßlich, Bescheidenheit beim Erfolg und Anerkennung besserer Leistungen anderer, Selbstverständlichkeiten, die bei jedem Anfanger schon vorausgesetzt werden und nicht erst der Erziehung bedürfen. Die Frage, in welchem Alter wir die Jugend zur Leichtathletik heranziehen sollen, ist nicht so ohne weiteres zu beantworten, wie es den vielen Unbedachten, die gar nicht früh genug zum Sport zu kommen meinen, erscheint Mit Kennschuh und Trikot angetan, im Vorgefühl der in Kürze winkenden Lorbeeren, bevölkern die jugendlichen, kommenden Meister in heller Begeisterung und unermüdlichem Tatendrang den Sportplatz, frei von jeglichem Zwang und Unterordnung versucht jeder seine kleine Persönlichkeit in den Vordergrund zu schieben und möglichst bei allem der Erste zu sein. Vom «"eherischen Standpunkt aus betrachtet, der für uns, in bezug auf unsere judische Jugend, der bei weitem wichtigste ist, liegt in dieser ungebundenen, ganz auf das Individuelle eingestellten Betätigung, eine große Gefahr. Es soll beileibe damit nicht gesagt sein, daß nur in der ganz konsequent durchgeführten, straffen Disziplin des Turnens oder gar der militärischen Art der Jugendkompagnien das Allheilmittel zu suchen sei. Der richtige Weg liegt in der Mittellinie zwischen Turnen und Sport. Wir sehen im Sport ein Mittel zur Neuorientierung unseres Volkes, sowohl in körperlicher als auch sittltch«r Beziehung und unter Berücksichtigung dieses Hauptzieles müssen wir unsere Arbeit einstellen. Wir brauchen Glieder eines Ganzen, bewußte, freiwillig Unterordnung, außen und innen Aufrechte. Das Individualitätsbewußtsein, das sich mit den ersten langen Hosen bei uns bemerkbar macht, ist von Uebel, wenn es nicht in entsprechender Weise gezügelt wird. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, erscheint das Turnen in Verbindung mit leichten sportlichen Uebungen als durchaus geeignet, um unseren, Nachwuchs für den Sport zu erziehen. Das Herumtummeln von Jugendlichen auf dem Sportplatz, oh/3e,eine SeeiSnete Leitung, muß vermieden werden. Erst die körperliche und sittliche Festigung unserer Jugend, dann hinaus zum Training und zum Kampfj Vereinsfahnen : Abzeichen %Jsä^m$& J f Medaillen u. gestickte Sporthemdwappen -jg g Franz Karbach, Godesberg a. Rh. Int! BmwiEll! Iif| ll PIK KSK« Wandirifletel für UUUCNwrr?, n mmtmmmfl Sporthaas Paul Gassmann, Hamburg, Langereihe 39 Katalog gratis. Sammelbestellungen empfehlenswert. Sämtliche allgemeinen und jüdischen Neuerscheinungen des Büchermarktes sind stets in grosser Auswahl vorratig in der ..Ewer"-Buchhandlung fOr allgemeine u. jOdisehe Literatur, Berlin W.15, Knesebeckstr. 54/55 Nahe KurfOrstendAnm. Telefon Amt Steinplatz 14748