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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 4 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
4 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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15 ^uflich'efti Schärfe der Zeichnung, Wie nur Musik sie für (alle Zeit ln sich zu bannen vermag. \ Die formalen Elemente dieser Lieder sind die gleichen, die w'r im traditionellen synägogalen üesang vorfinden; denn aus diesem sind sie, niemand weiss wann, hervorgegangen. Das will besagen, dass^ die musikalische Gestaltung, die ja das Dichterische entscheidend beeinflusst hat, eine rezitativartige ist, aus jenem jast gesetzmässig starren Tonfall hergenommen, in dem in unaufhörlichem Gemurmel die heiligen Bücher von altersher vorgelesen ^erden. Gewiss hat das noch immer junge Volk in seinen Liedern a,e feierliche Monotonie des Rezitativs weithin durchbrochen, ausgeweitet und mit bunterem Leben gefüllt und bei seinem Aufenthalt in _Europa von den Liedern jüngerer Völker gelernt, neben dem Rezidiv die freieren und den Erfordernissen der momentanen Situation ngepassten Formen einer farbigeren Durchführung und Abwandlung . er musikalischen Motive zu handhaben. Das Rezitativ ist aber bis 1 "'e letzten Jahrzehnte beherrschend geblieben, sogar in vielen 1 'egenliedern und manchen Liebesliedern, die doch ausserhalb der re«giösen Sphäre stehen. Die melodischen Bestandteile dieser in das Volkslied eingegantü r° ^ez^at've gehen im Klang und in ihren Farben auf jene altermlichen Singarten zurück, in denen die weithin tönende Stimme Ii h er!ia'3enen Festtage sich zu melodischen Gebilden ballte, so deuten eines vom andern geschieden, dass sie in ihrer Eigenart fast; PrPer°aft zu greifen sind. Wie Geschöpfe der Urzeit, jedes mit «er besonderen Sprache begabt und in die alltägliche Welt einen heh UtnhüIle"den Klang von Heiligkeit und Weihe entsendend er- ^oen sich diese alten Tage über den Ablauf der neuen Gezeiten, 7" dle Tage des Jahresanfangs mit jener unendlichen Melodie der ssersten Zerknirschung und Demut, durchdringend wie von den liehr*k der Schöpfung her — die Feste des Wallfahrens mit einem lc**ert, vor. innerer Freude erzitternden Singsang, dem n ^"weife* smd iene Volkslieder, die nicht so unmittelbar sieht• giscnen Gesang entstammen, für den Fernstehenden durchhaft r ""^ von e'ner allgemeineren menschlichen Weite. Die wahrbela?randiosen Dinge sind aber die andern, die ganz und gar jüdisch dud l 3US dem Umkreis des Religiösen, Lieder in der Art des Set a,e» des umar hascheni Iejankoiw, die in der Ueberfühlf gar nicn*s besagen und von denen doch jedes sich anstenrTVltes Qold' in ""Udert Tiegeln geläutert, Dinge, deren Exiäus «• ' »hrer archaischen Wucht und Schwere ätherisch ist, die gesund6m- £°iischen Mund wie dumpfe Brocken vorüberrollen; aber s ungen m der gemässen ostjüdischen Weise die Welt mit einem- 1h eW1^e Wunder und Kostbarkeiten reicher machen, losen r ."öchsten Ausdruck fanden diese Lieder in jenen wortent«tat,yesa.n^en' die in den Männergemeinschaften derChassidim äämm» sind' W^ hier in den mystischen Stunden der Sabbathnmerung aus dem Gestammel derer, die beim letzten Sabbathmahl 4

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