Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 2 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Freiheit, das eigene Werden zu gestalten, gilt nur der gerade Sinn zielstrebiger Einordnung und der Muskel, der sich im Willen und für den Willen zum Höchsten stählt. Aus den Schrecknissen des Krieges stieg — wie einst von Horeb — gewaltig bis zum Erbeben die neue Pflicht. Sie wird auch den Widerstrebenden zwingen. Die schlichte Natürlichkeit passt Seele und Leib — freudig und weise (zugleich — an. Der Bar Kochba braucht keinen neuen Weg. Er braucht nur eine neue Leidenschaft. Die Nebel lichten sich um unser Volksschicksal. Plastischer tritt die Aufgabe heraus; greifbarer. Weithin dehnt sich das steinige Land. Dort sollen die jungen Wunder spriessen. In unsern Willen ist der Zauberstab gelegt! .Sich vor1 bereiten und sich rüsten" ist die Zauberformel. Und dieses isr das Geheimnis, das dem kurzsichtigen Wahn der groben Nützlichkeit verschlossen bleibt: für den Beruf, für die Aufgabe der Stunde hat der Einzelne die Wahl in den besonderen Mitteln. Das Volk, die Folge der Geschlechter, die keine Stunde weiss, braucht nur das Allgemein^ der Vorbereitung: geistig und physisch stark zu werden; gesund zu sein. Und was ist das Wesen eines gesunden Volksorganismus? Nichts anderes als dass es sich und seine Art erhalten will, dass es leben will, dass es Zukunft will. Und die Aeusserung dieses Erhaltungstriebes ist: im Sinne der Selbsterhaltung auf Schädlichkeiten zu reagieren! Das war der Fluch des Galuth, dass wir wie Kranke reagierten, hysterisch übersteigert oder--empfindungslos. . Luft und Bewegung, Sport und Spiel werden dem Volk gesunde Sinne, kräftige Muskeln und — Nerven geben. Wir brauchen gesunde Nerven. Dann mag das Schicksal kommen : wir werden bleiben! GegeniDarfsaufgaben der jüdischen 9ugend. Von Frau S. Wro n s k y - Bertin. Der Begriff des jüdischen Volkes, dem "eine neue Generation jungen, lebenweckenden Inhalt gegeben hat, ist von der Mehrheit der jüdischen Jugend aus den Merkmalen seiner Erscheinungen heraus, von wenigen auf die Verpflichtung seines Entwicklungszieles hin verstanden worden. Die Tatkraft eines Volkes, die sich in der Schöpfung einer Gemeinschaft in höchster idealer Gestaltungsform, durch die sie der erschöpften Menschheit neue Wegformen zu weisen vermag, auswirken will, ist in ihrer Lebensfähigkeit flieh* nur abhangig von der Reinheit der Gesinnung, die sie hervorgebrächt hat, sie bedarf der ungehemmten, natürlichen Entwicklung all der Anlagen, die körperliche, geistige und seelische Lebensförderung voraussetzt. Eine solch natürliche Entwicklung ist da gewährleistet, wo die Geschichte eines Volkes auf günstigem, seinem eigensten Wesen eilt-