Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 1 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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iHiiuiimiiiuitiiitimiiinmiiiiiiiuminmHiHiNiHittuiHiHmiiHiiHHiiiuiuiiiiiiiuiHMi JÜDISCHE I TURN-U. SPORTZEITUNG I Organ des i Deutschen Kreises der Jüdischen Turnerschaft. § Heft 1. 21. Jahrgang Januar 1920 I Redaktion: Berlin C2, Heillgegeiststr. 92. — Zentrum 1610. Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Welt-Verlag, Berlin NW. 7, Dorothcenstr. 35 — Zentrum 4814, 4819. iWMMMIWlIHMIHIIIMm^ Beachtet den Aufruf auf Seite 30. *M Ost- und Westjuden» Von Dr. Walter Preuss-Berlin. Unter die Völker verteilt zu sein, hier längere Zeit, dort flüchtiger teilnehmend an den Geschicken der Staaten und Nationen — ist der Juden Geschick seit nunmehr bald 2000 Jahren. Und doch blieb immer, bei allen Unterschieden infolge unausbleiblicher Angleichungen an das Wirtsvolk die soziale und kulturelle Struktur der Gesamtjudenschaft wahrend aller Zeiten, wenn man jeweils in einem Moment einen Querschnitt durch das ganze Volk gelegt hätte, in den grossen Zügen dieselbe, weil das religiöse Gesetz, das zugleich Gesetz des wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Zusammenlebens war und das die zerstreuten Einzelnen zu einer Nation, zu einer Gemeinschaft mit gleichem, ungebrochenem Rythmus des geistigen Lebens zusammenschweisste, weil nie das formende Band, nie die einigende Fessel über alle Länder hin abris9 (Heines Charakteristik des jüdischen Gesetzes als »tragbares Vaterland" malt glücklicher alles bindende und doch soziologischen Wunders). Ja, diese Einheit war, je mehr das .Gesetz im Laufe der Jahrhunderte zur Herrscherin wurde, noch stärker geworden, weil mit der Dauer des G a 1 u t h die Bindung als »einzige! Möglichkeit der Erhaltung gesteigert werden musste. Ueber allen Differenzierungen stand das eine Judentum, der einheitliche jüdische Lebenswillen. Erst 3dem Moment, da, aus derselben Wurzel entspringend, sich <die ationen von den Fesseln des Absolutismus befreien, auf der andern Seite bei den Juden die schrankenlose Bindung durch das Gesetz zerbricht und damit die lAngleicliung der Juden der verschiedenen Länder an die Sitten und das soziale Leben ihrer Wirtsvölker rapide; einsetzt, entstehen Judenschaften verschiedener Struktur, um so mehr geschieden, je differenzierter der Assimilationsprozess einsetzt, je gründlicher einzelne Teile Instinkt und Willen des Judeseins einbüssen, die