Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 12 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 3, R. C, »loria« Stettin. Mit Beendigung des Krieges begann die „Ivria" -Berlin nicht nur eine grossere Tätigkeit in ihrem eigenen Betrieb zu entfalten, sondern sah1 auch die Notwendigkeit ein, in anderen Städten Zweigvereine zu gründen. Zu diesem Zwecke wurde uns in Stertin Lutz Futter überwiesen, der den Betrieb Aufmachen sollte. Die grösste Schwierigkeit bestand zunächst in der Boots- ^ge, die aber bald dadurch geregelt wurde, dass Berlin uns einen Vierer leihweise zur Verfügung stellte. Ais Bootshaus diente zunäclrst ein Schuppen, der yns kostenlos zur Verfügung stand. Da jedoch von hier aus das Zu-Wasser- J-assen des Bootes zu schwierig war, mussteti wir uns nach anderen! Möglichkeiten •JUsehen. Ein findiges Auge entdeckte einen am Wasser gelegenen Schuppen, jjer, jedoch in seiner inneren „Ausgestaltung" dem Stalle des Augias zu vergleichen war. Diese geringfügige Schwierigkeit wurde aber bald überwunden, "nd heute sprechen wir schon stolz von „unserm Bootshaus". „ iR u d e r n " — — Rudern konnten wir angeblich bereits alle, doch bald ^erkten wir, dass es nur „paddeln" war. — Die technische Ausbildung erfolgte zunächst in einem künstlerisch1 hergestellten Sch'wungkasten, an dem Ausleger befestigt war, um dadurch die Bewegungen des Holmens sofort "iitzuerlernen. — Die „Rückenlage", das „hohle Kreuz" und das schnelle Vorcnwingen aus der Rückenlage sind Finessen, die wir zwar bald theoretisch' erasst zu haben glaubten, die in der Praxis aber unserem Instrukteur auch heute J°c« Kopfschmerzen bereiten. Dennoch wollen wir hoffen, bereits im kommen- ^n Jahr soweit ausgebildet zu sein, um an der vom „Verbandflüdiscfoer ^udervereine" veranstalteten Regatta Anteil nehmen zu können. lad» ^um Jun' Js' hatten wir unsere Väter und einige Freunde eingeyj^n> um die offizielle Begründung des Clubs vorzunehmen. Einige Berliner jJJfen, daZu herübergekommen. Selbstverständlich brachten unsere Väter ihre bedenken vor. Nicht vor dem Ertrinken hatten sie Angst, sondern vor einer JHfeblichen Beeinflussung. — Wir brauchen keine Beeinflussung, denn wir in1S S e n * ^ass auc'1 uns wen'8?e das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Juden Unrf1?!ferem Cur> vereint. Durch den Sport wollen wir uns körperlich1 ertüchtigen lud jüdische Gemeinschaftsbewusstsein stärken. — Waren wir denn eigentlich Seih ~ W"881611 zwari dass es Antisemiten gibt, aber vom Judentum S« Wuss*en wir nur sehr wenig. Seit wir uns in der „Ivria" zusammenlüd'■ i?ssen haben, beschäftigen wir uns nicht nur mit den Tagesfragen des jüd,SCSen Volkes, sondern auch den Schätzen der leider viel zu wenig bekannten _-_^'rv en Literatur. Auf diese Weise versuchen wir wieder jüdisch zu werden. ^er Wille ist da, und den Weg werden wir finden, g Ende des Sommers wurde Futter abberufen, doch kam für ihn Fritz ■alk>^e' während der Ferien zu uns. Nachher haben wir den Ruderbetrieb j>ein gemacht, während die Heimabende stets unter Leitung unseres A.-H. '.^Unpert stattfinden. Büdiersdiau. Wir bringen heut eine Aiswahl empfehlenswerter BUcher aus den verschiedensten Gebieten jüdischen Lebens. Die aufgenommenen Werke sind sehr sorgfältig ausgesucht und können zu Chanukkah-Geschenken dringend empfohlen werden. Die kurzen Notizen sollen keine ausführlichen Besprechungen ersetzen, sondern nur kurz orientieren. £ a) Palästinakunde. r> Arthur Ruppin — Der Aufbau des Landes Israel. Jüd. Verlag. 8ibt tJvwS ^ucn ^es b^ühmten Sachverständigen und Leiter des Paliistinaamtes wohl alles, was wir heute über Palästina wissen müssen und wissen können.