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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 12 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
12 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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9 höheren Lebensziele verloren gehen. So haben wir den Typus des müden Menschen, der jede Frische und Regsamkeit des Geistes vermissen lässt, dem die Freude an der Arbeit fehlt, der nichts entbehren will, der das Leben in seiner schönsten Form als körperlich gesunder und geistig regsamer Mensch nicht kennen gelernt hat. Dieser Typus des jungen Menschen ist unter unserer jüdischen Grosstadtjugend recht stark vertreten Und darum kann diese Jugend auch nicht ihr Judentum lieben lernen, kann nicht erfassen, was es bedeutet, ihr Leben jüdischer zu gestalten, sich einzuordnen in unsere Arbeit, die neuem besseren und schöneren Leben in der Zukunft gewidmet sein soll, einenTLeben in Freiheit und Natürlichkeit und in engster Anteilnahme an dem Schicksal des jüdischen Volkes. Wenn wir den Sport in die weitesten Kreise der jüdischen Jugend hineintragen wollen, so werden auch wir danach streben müssen, möglichst bald einen eigenen Sportplatz zu haben.. Ein Platzfonds muss geschaffen werden, vielleicht durch Spendenausweise in der „Turn- und Sportzeitung', in grossem Umfange muss hierfür Propaganda gemacht werden. Dann werden die jüdischen Sportsleute nicht, wie bisher, in den anderen Vereinen Sport treiben, sondern wir werden ihnen dasselbe, nein mehr bieten, denn sie werden bei uns nicht nur einen geordneten Sportbetrieb, sondern jüdisches Leben und eine enge Uemeinschaft finden. Mehr, als für jedes andere Volk, gilt für uns der Satz: „Das heilige Gesetz des Menschwerdens lehrt uns die physische Beschaffenheit als die Grundlage jeder Veredlung erkennen. Untersäiedlitfie oder gleichförmige Erziehung? v Von Leo Kaminski, Bar Kochba, Berlin. °rb€merkung der Redaktion: Wir beenden mit diesem „Schlusswort" die Diskussion über das Thema und möchten keinen Zweifel darüber lassen, dass wir den Standpunkt Leo Kaminskis völlig teilen. Nur in einer verhältnismässig nebensächlichen Kleinigkeit scheint er uns irrtümlich unterrichtet zu sein: Ludwig Jahn hatte nichts gegen den Sport einzuwenden, sondern sein Begriff „Turnen" umfasste im Gegenteil das gesamte Gebiet der Leibesübungen einschliesslich der Leichtathletik. hab ZWeu Aufsätze im Juniheft der „Jüdischen (Turn- und Sportzeitung" pe. en s'cn m grundverschiedener Weise mit meinen Ausführungen im hezo"3 u auseinandergesetzt. Der eine, von Heinrich Kuhn, sorti^ S p f "Ur aU* erz'ehucne Seite, der andere, von dem Kon- Seite""1 el"Nathan-Kirschner ist mehr auf die technische 2usam^enC'ltet" . ^ur 'n einem Punkte treffen beide Erwiderungen an H nenmen mehr oder minder entschiedenen Anstoss odpr 6h « 0n rnir entwickelten Lösung des Problemes der uniformen üitferenzierten Erziehung und Ausbildung. e'niee aU* Entgegnungen näher eingehe, will ich mit Ich ei" cnen den Kern meiner Ausführungen in Erinnerung bringen, betrieb ^oraussetzung aus, dass unser gegenwärtiger Turnnicnt die genügende Anziehungskraft auf die jüdischen Massen 1 2

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