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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 11 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
11 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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17 SpredisaaL Eindrücke uon der (Tlündiener Tagung. Von Julius Kaufmann, J. T. V.-Köln. Vorbemerkung der Redaktion. Wir freuen uns, diesen Bericht bringen zu können, der beweist, dass die Auffassung des Vorstandes von der zionistischen Bedeutung und von der fruchtbaren Wirkung der Münchener Sitzung nicht nur in Berlin geteilt wird. Als sich die jüdische Turnerschaft im September in München traf, nat ein Gefühf herzlicher Wiedersehensfreude sie erfüllt. Jenes Gefühl, das nujiderte und Tausende im letzten Jahre empfanden, als es galt, durch den Krieg zerrissene Fäden wieder anzuknüpfen oder schlaff gewordene straffer zu spannen. Noch einmal durchzuckte die Turner, im wiedervereinten Kreise, der S-Jedanke an die Zeit der Kriegsjähre, da sie auseinander gerissen waren und jeder, froh schon, wenn er im Felde den Turnbruder aus dem eigenen J. T. V. traf, den Augenblick herbeisehnte, da die ganze Turnerschaft wieder zu frohem ^Piel und heiterer Geselligkeit vereint sein würde. Ein solcher Augenblick w_ar der in München, und er war noch mehr. War im Kriege die Parole ».—urchhalten" gewesen, so drängten sich jetzt überall neue Probleme auf, bh Vereine m einzelnen und die Bewegung im ganzen betrafen. Wir , öen uns freudig der Arbeit in den Vereinen hingegeben, sehnten uns aber auch danach, der Sache im Grossen zu dienen. So trafen wir uns, wiedersenensfroh und arbeitsfreudig, in München. Es ist klar, dass auf jeden, der mit solchen Gefühlen nach München kam, afe dortige Tagung einen tiefen Eindruck machen musste. Es war in der Tat 6vk ^us* un<* Freude, die jüdische Turnerschaft auf dem Sportfeste sieh tummeln zu sehen; der Anblick so mancher stattlich-grossen und kraft- X°1,en Gestalt stimmte freudig und nachdenklich. Wir mussten daran denken, «ass bald ein neuer Einwandererstrom sich nach Erez Israel ergiesst, von I?^611 ^""Perücher Kraft nicht zum wenigsten die Zukunft des Landes abhängt. .7"« Jwir dachten auch daran, wie jetzt überall in den bedrohten Zentren die Jüdische Jugend zu Sefbstwehren sich vereint, um mit der Stärke ihrer l>kle eincn Damm gegen die' Pogrom welle zu bilden. Auf einem gleich.'erfreuxvn. N'veau stand auch die Vo rst a n tlss i tz u ng des folgendes Tages. haben vom Vorstande den Eindruck, 'das® er mit klarem Blick und ziel- J^wusstem Willen die Bewegung leitet, und aus den bisherigen Leistungen wissen wir, dass hinter diesem Wiflen auch die nötige Kraft zu seiner AusvoH stent* ^as Vertrauensvotum, das wir ihm gaben, kam uns aus hi ^r Überzeugung und entsprach warmem Dankgefünl. Es möge aber hirf Trau" hingewiesen werden, dass der Vorstand dringend der Entlastung df a Wenn in diesem Winter1 wirklich im Vordergrunde unserer Arbeit A„t Ausdehnung der Bewegung steht — und sie scheint mir eine der wichtigsten »pi!gu zu se'n' nachdem wir uns 4 Jahre lang auf dem Status quo ante. Benalten haben — so wird sich! in den Händen des Vorstandes eine Fülle ™" Arbeit sammeln, die, allein zu bewältigen, es kaum imstande ist. Was j"? fflot tut, ist Decentrafisierung. Die grösseren Turnvereine müssen Mittelpunkte eines selbständigen Türngaues innerhalb ihrer Provinz werihre Aufgabe ist es, den jüdischen Turngedanken in Wort und Schrift « propagieren, überall Turnvereine zu gründen, die kleineren Vereine mit e-rA^irnern •Und Rednern, also turnerisch und geistig, zu versorgen. Mehrere grossere, nicht zu weit von einander gelegene Turnvereine sollen Sport- Fnt«!6 V€rana!t>fl|en. Da auch diese Vereine wegen der geringeren räumlichen nihternun£ mehr Mannschaften hinschicken können, so wird die Zahf der Teileruner doch ziemlich gross sein. Die einzelnen Turnvereine wiederum müssen uauturnen veranstalten, durch die sie die in kleineren Städten und Dörfern ha 1^ fehende Jugend anziehen können. Der Gauverband ist überhaupt bei uns etwas Unbekanntes; es wird Zeit, dass wir uns mit dieser Unteriorm der Organisation bekannt machen, die sich sonst in der Turnbewegung- 1 1

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