Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 11 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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iHiiMMiiiniiiiMiiiiiiiinimiiiiiiiM JÜDISCHE | TURNu. SPORTZEITUNG \ ( Organ des g | Deutschen Kreises der Jüdischen Turnerschaft. ( | _Heft 11. 20. Jahrgang November 1919 | | Redaktion: Berlin C 2, Helligegelststr. 32. — Zentrum 1610. | I Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Welt-Verlag, I | Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 58 — Zentrum 481*, 4815. § nllll|IMMWWIIWIIIIIIUIIIIIIIIHWHIIIMIIIIIIIU»lll>IIIIM Die Entwicklung der jüdischen Jugendbewegung. Von Nathan Kaminski, J. T.-V. Bar-Kochba, Berlin. Vorbemerkung der Redaktion. Wir eröffnen mit diesem überaus bemerkenswerten Artikel die Aussprache über die Erziehungsfrage, denen dieses Heft vornehmlich gewidmet ist. Wir stimmen mit dem Verfasser völlig überein, insbesondere begrüssen wir die fruchtbare und vorurteilslose Behandlung des „Blau-Weiss"- Problems, und sehen darin zugleich eine — wenn auch unbeabsichtigte — Widerlegung des Artikels von Julius Grau in der Oktober- Nummer. , Die nationaljüdische Jugendbewegung erfährt gegenwärtig eine Wandlung, die ihre Ursache in den praktischen Erfolgen des Zionismus hat. Die Umstellung der zionistischen Bewegung von der ' ropaganda zur Tat( von der Pflege der Gesinnung zuf praktischen Konsequenz aus dieser Gesinnung, findet naturgemäss den stärksten Widerhall in der heranwachsenden Jugend. Diese neue Jugend begnügt sich nicht mehr damit, wie die Mehrzahl der voraufgehenden Generation, für das Ideal zu schwärmen, sondern sie fordert die idealistische Tat. Eine Jugendbewegung ^at ihr nur dann Sinn und Zweck, wenn sie die Erziehung des jungen Renschen zur Betätigung seiner Ideale fördert, wenn sie eine idea- 'jstische Tatgesinnung erstrebt. Sie fordert eine völlige Umkehr von per Flachheit der breiten Masse, eine Revolutionierung des sittlichen ^ropfindens und des sittlichen Wollens. Die jüdische Turn- "ewegung darf an dieser Entwicklung nicht achtlos vorbeigehen, sondern wird sie tief in ihre eigenen Reihen hineintragen müssen. Sie 'iiuss es, weil ihre Erziehung, wenn sie im rechten Geiste erfolgt, diesen Weg gehen wird und sie muss es, wenn sie eine neue Jugend gewinnen und halten will, wenn sie nicht hinter den anderen Organisationen zur völligen Bedeutungslosigkeit öder Vereinsmeierei herabsinken will. 1 1