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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 8 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
8 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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6 lation, also muss die Zurückeroberung der hebräische» Bibel für uns der entscheidende Schritt der Antiassimilation, das entscheidende Zeichen des wirklichen Nationaljuden sein. Wenn wir uns vom Assimilanten nicht nur durch ein totes Bekenntnis, sondern durch tatsächlich geformtes Leben unterscheiden wollen, so darf keiner von uns an der Forderung des Hebräischen vorübergehen. Dies sind die Gedanken, die uns geleitet und bewegt haben, als wir die Einheit der jüdischen Turnbewegung zu begründen versuchten. Und dies also sind die beiden Grundlagen und Konsequenzen jener Einheit: wir wollen in einem Hause zusammenleben und wir wollen dieselbe Sprache sprechen, um uns zu verstehen. In diesem Sinne müsst auch Ihr, liebe Turnbrüder und Turnschwestern, das heutige Heft der „Jüdischen Turn- und Sportzeitung" lesen, #n dem berichtet wird vom Leben unserer Brüder aus P a 1 ä s t i n a, der Türkei, Oesterreich, Tschechoslovakien, der Ukraine und Ostsibirien. In all diesen Berichten werdet Ihr jenes starke Zusammengehörigkeitsgefühl wiederfinden, das auch uns beim Sportfest den Brüdern aus Oesterreich gegenüber verbindet, und das unserer Begrüssung und unserem Dank für ihr Kommen einen besonderen Ton von Herzlichkeit gibt. Nicht Deutsche, nicht Oesterreicher, nicht Engländer stehen einander gegenüber: sondern der Jude grüsst den Juden, der Bruder reicht dem Bruder die Rechte! , Wir' sind ein Volk, ein Volk." Nachstehendes Rundschreiben geht vom Vorstand des Deutschen Kreises der jüdischen Turnerschaft in deutscher, französischer, englischer, spanischer und italienischer Sprache an sämtliche Turnvereine der Welt:*) Liebe Turnbrüder! Dieser Krieg, der das jüdische Volk der Verwirklichung seiner Ziele näher gebracht hat, ist nun vorüber, und wir können die Wohltaten des Friedens nur dann zu segensreicher Artfcit und zum produktiven Aufbau unseres Landes Israel benutzen, wenn wir die Solidarität des ganzen jüdischen Vofkes über alle Grenzpfähle hinweg; erneut betonen. Unser Zusammengehörigkeitsgefühl ist zwar kleinen Augenblick Verloren gegangen, und jeder neue Tag de« blutigen Mordjens brachte unisi nur die Bestätigung unseres jüdischen Volkstums. Aber infolge der schwierigen Verhäftntese wiar es nicht mögtich, diesen innerlichen Zusammenhang auch äusserlich zu dokumentieren und organisatonscn auszunützen. JetzJ, wo der Frieden geschlossen ist, gilt es aber, unverzüglicn wieder alte Beziehungen aufzunehmen: und neue anzuknüpfen, jrilt es, sich wieder die Bruderhand zu reichen und gemeinsam am Aufbau unserer Zukunft zu arbeiten. Aus diesen Oedanken und Gefühlen heraus wendet sich heute der Deutsche Kreis der Jüdischen Turnerschaft an Euch, liebe Turnbrüder, und bittet Euch um eingehende und schnelle Beantwortung folgender Fragen: 1. Wieviel jüdische Turnvereine gibt es in Eurem Landesverband? 2. Sind alle Turnvereine nationaljüdische? Existiert auch eine assimüantische Jugendbewegung? *) NB. Hebräische Briefe dürfen der Zensur wegen nicht aus Deutschland herausgehen. Die Antworten werden wir in den nächsten Nummern der Turnzeitung veröffentlichen.

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