Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 Land unserer Väter über die ersten Schwierigkeiten der Masseneinwanderung hinaus ist. Aus dieser ersten Forderung ergibt sich aber eine zweite, die schon weit mehr in unser eigenstes persönliches Leben hinübergreift und es von Grund auf umgestalten dürfte. Wenn wir die Einheit mit den Brüdern in fernen Ländern wirklich zu einer inneren Gemeinschaft machen wollen, so darf uns 'nicht mehr so viel wie bisher m Sprache und Art voneinander trennen. Wir müssen erreichen, Gass in allen jüdischen Turnvereinen der Welt das hebräische) Kommando eingeführt wird, und wir hoffen,, dass sich aus dieser zunächst rein technischen Neuerung auch segensreiche Rückwirkungen für unsere seelische Erneuerung einstellen. Es wird sich senr bald zeigen, dass dem zunächst unverstandenen hebräischen Kommando bald das ehrliche Bemühen folgt, die Sprache selbst zu lernen. Beispiel für eine derartige Entwicklung bietet der B1 a u - W e i s s, essen starke hebräische Stimmung sich heute schon überall bewährt, ^ei dem es auch mit dem „Schalomsagen" und dem Singen hebräischer Lieder anfing. Gewiss erscheint es dem kultivierten Menschen "nächst geschmacklos, sich in einer Sprache zu begrüssen, die er 'cht kennt, und Lieder zu singen, deren Sinn er nicht versteht. Aus •'eseni unbehaglichen Widerspruch gibt es zwei Auswege: Der eine li auf hebräischen Gruss und Gesang zu verzichten, der andere: su h S ^.a^urcn zu beleben, dass man die Sprache erlernt. Der ge- . e Sinn unserer Jugend hat nicht lange gefragt, was richtiger 'i sondern hat schnell und froh den Weg gefunden, der vom Schalomj zur ewigen Quelle unserer uralten und neu erblühenden Kulscli ver*rauen darauf, dass die Einführung des hebräiübt Cn ^ommandos in der Turnerschaft dieselben Wirkungen auslud ver*rauen darauf, dass jeder gesund empfindende junge mit i"'e menr au* Jene Worte verzichten wird, die ihn unlöslich das 3 anderen jüdischen Turnern auf der weiten Welt verbinden, me h Cra^Cr brennender Scham die Schande fühlt, Unverstandenes dasnisch auswendig zu lernen und mechanisch nachzuplappern, und aller 1* ^?sn?"J die Sprache unserer Väter erlernt. Die Geschichte hat i? s s!m''a *'0 n e n» die das jüdische Volk bisher durchgemacht weiY we's.t> welche Wichtigkeit in diesen Zerfallsprozessen der jeode'^n" Bibelübersetzung ins Oriechische, Arabische, Spanische Bibel«7eu*scne zukommt. Die Assimilation begann zwar nicht mit der die l .se*zumJ» aber diese war gleichzeitig ein Symptom für kreis e'*s beginnende Auflösung des eigenen hebräischen KulturbeschlS' ""^ w'ederum nocn em Faktor mehr, um jene Auflösung zu rücke en' Wenn w'r heute also stets von den Assimilanten abreden' 80 mössen wir ihr unheilvolles Werk nicht nur mit Diskussions- Wirks Ul}?- ^ntschh'essungen bekämpfen, sondern ihrer auflösenden werfl'i!11 * ^a zuers* und zumeist entgegentreten, wo sie die ver- »n d! #sten Folgen hatte. Die Bibelübersetzung aus dem Hebräischen '« fremde Sprache war der entscheidende Schritt der Assimi- 8