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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 7 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
7 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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42 Die Meldungen zu diesem Kursus müssen mit genauer Angabe der Namen und der Adressen der Teilnehmer bis spätestens 1. August an unser Büro, Berlin,Heiligegeiststr. 52, zu Händen von Walter Katschke erfolgt sein. Wir erbitten aber bereits postwendend die prinzipielle Zusage, evtl. fr welcher anderen, für Euch günstigeren Zeit Ihr Euch beteiligen würdet. , Der Vorstand des deutschen Kreises der Jüdischen Turnerschaft. Exiner. Kaminski. Katschke. Scherbel. Ernst Simon I. SpredhsaaL Ein Brietoedisel. Vorbemerkung der Redaktion: Wir veröffentlichen diese Briefe, weil wohl selten ein so schönes menschliches Dokument die Wirkung gezeigt hat, die der Zionismus und die Erkenntnis des eigenen Weges in den Seelen junger Menschen zuwege bringt. Die Umwandlung dieses jungen Juden, der veranlasst durch einen Artikel in der „Jüdischen Jugend", sich dem Problem unseres Volkes zuwandte, erhebt sich auf diese Weise über den an sich gewiss recht erfreulichen Einzelfall, und wird zum bedeutungsvollen Zeichen einer allgemeinen Entwicklung in der jüdischen Jugend. I. S. W. aus Stargard an Herrn Ernst Simon, Berlin. Lieber Ernst Simon! Du 'musst mir schon verzeihen, wenn ich mich gerade an Dich wende, aber Dein Aufsatz in der „Jüdischen Jugend" ermutigt mich dazu. Auch ich bekenne mich jetzt zu Euch, zur nationalen Idee. Der Weg, der mich dazu führte, war zwar recht sonderbar, aber er kann doch wohl als ein Beweis dafür gelten, dass die Stimme Wes Blutes und der Weckruf zu unserer wahren Gemeinschaft schliesslich doch zu ihrem Rechte gelangten. Ich stand bisher dem Wandervogel, und damit der freideutschen Jugend ganz nahe. Meine besten christlichen Freunde sind freideutsch, und während dieser ganzen Zeit war ich für den Central verein, und musste Euch natürlich in Bausch und Bogen verdammen. Ich glaubte immer, dass die deutsche Kultur, in die ic" schon ziemlich tief eingedrungen bin, mit meinem Judentum irgendwie >" Verbindung gebracht werden müsste. So entstand in mir der Oedanke *M „freien, jüdischen Gemeinschaft", mit dem Programm: Tiefes Eindringen in die deutsche Kultur und zugleich religiöse Erneuerung des Judentums. So entschied ich mich bereits etwas vom nur negativen und apologetischen Standpunkt des „Centraivereins", aber doch noch mindestens ebenso von Eurem Voll- und Nur-Judentum. Da sandtet Ihr mir das nächste Heft der „Jüdischen Jugend". Nach seiner Lektüre war ich die nächsten Tage sehr eifrig mit dem Nachdenken über Nationaljudentum beschäftigt, und die Frucht dieser Ueberlegungen war: dass mir nur ein Weg möglicn ist, der zu Euch, der nationale- Als mir dieser erlösende Qedanke kam, da war es, als habe ich mich aus irgendwelchen Banden befreit. Klar erkannte ich, dass meine bisherige Stellung zum Judentum, und damit auch zum Deutschtum eine einzige, grosse unbewusste Lüge gewesen war. Mit dem jüdisch-nationalen Qedanken ist eine Kraft in meine Seele gezogen, wie ich, sie bisher nicht kannte. Mein Leben, das mir bisher ganz ziel- und zwecklos verlaufen war, so dass ich meinte, ** jeden Augenblick mit Leichtigkeit aufgeben zu können, erhielt nun plötzlicft ein festes Ziel, und dadurch Sinn und Wert. Aus diesen Qedanken heraus, durch diese Bejahung meines Judeseins oder besser Judewerdens, »8n; ich auch zu einer ganz neuen Auffassung, zu einem ganz besondern Verständnis-

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