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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 7 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
7 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
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36 Sitzung des Vorstandes und der heiter aller Berliner Sugendableilungen Dom 25.3uni 1919, 9 Uhr. Anwesend: Rechtsanwalt Exiner, Dr. Mor. Büeski, E. Simon I, Rf. Katschke, L. Lowental; Fritz Scherbel ist wegen ausserordentlicher beruflicher Ueberlastung durch die zurzeit im Welt-Verlage erscheinenden neuen Zeitungen am Erscheinen verhindert. Als Gäste: Dr. Weissenberg, R. Schönheimer, Rf. Fritz Pick, Heinrich Kuhn, C. Z. Klötzel, Arthur Löwenstein. 1. Punkt der Tagesordnung: Jugend-Arbeit. Ueber die Berliner Jugend-Arbeit erstatteten zunächst die Leiter der Berliner Jugend-Abteilungen, die Herren Kuhn, Löwenstein und R. Schönheitner Bericht. Alle drei Herren sind mit der Entwicklung ihrer Abteilung überaus zufrieden. Die beiden Barkocnba-Abteilungen haben durchschnittlich 50—70 Mitglieder, die Jugend-Abteilung der Ivria 15. Das Alter in der Barkochba-Jugendabteilung ist voa 9 bis etwa 16 Jahren, das der Ivria von 12 bis 16 Jahren. Die Arbeit wird in der Weise gehandhabt, dass Turnen neben den Turn-Veranstaltungen in der Halle, Spiele und Sportspiele auf dem Sportplatz und Wanderungen abgehalten werden, ferner Heim-Abendie in der Wohnung der Leiter oder der Vorturner in kleineren Kreisen, die nach dem Alter zusammengefasst sind. Herr Dr. Weissenberg besprach dann die Jugend-Arbeit und schlägt vor, von dem reindeutschen Kunstturnen abzugehen, da dafür bei den Juden kein Interesse, auch der Erfolg bisher ausgeblieben sowohl in allgemeiner Beziehung, wie auch vor allem in körperlicher. Er schlägt dafür einen volkstümlichen Sport unter Ausschluss jeden Hallenturnens vor, das nicht so ermüdend sei und eine grössere jüdische Beeinflussung gestatte. Dr. Bileski tritt diesen Ausführungen von L>. Weissenberg in den wesentlichsten Punkten bei. Er begrüsst yor allen Dingen die so entstehende Mannigfaltigkeit in den einzelnen Abteilungen. Eine Gefahr in die Fehler des Blau-Weiss zu verfallen, sehe er nicht; denn es werde in unseren Jugend-Abteilungen mehr Wert auf Leistungen als auf die Gefühle gelegt. Insbesondere soll weiter in der bisherigen Richtung gearbeitet werden; vor allem in dem Riegen-System, wie es neuerdings ausgebildet wird. Notwendig sei aber dann, diese Vorturner oder Führerschaft unter sich wieder organisch zusammenzufassen, um die einheitlichen Ziele zu wahren und auch den Führern selbst mit ihrer Arbeit etwas zu bieten. Herr Ernst Simon I setzte in einer längeren Rede die Erziehungsprinzipien des Blau-Weiss und der Turnerschaft auseinander. Er widersprach den teilweise sehr heftigen Angriffen, die in der Diskussion gegen die Erziehungsweise des Blau-Weiss erhoben worden waren und legte dar, dass der Blau-Weiss einen anderen, an und für sich aber gleichberechtigten Typ heranbilden wolle als die Turnerschart. Gerade die Tatsache, dass wir nicht dSe Vertreter einer Partei, sondern die Söhne des jüdischen Volkes seien, miachie eine Mannigfaltigkeit der Erziehungsziele und Erziehungsmethoden notwendig. Wenn wir einheitlich wären, konnten wir nicht mehr an dSe Richtigkeit unseres zionistischen Ideals glauben, das doch eben von der Voraussetzung eines reichen und mannigfaltig gegliederten Volkstums ausgehe. Andererseits betonte der Redner mit grosser Deutlichkeit dasjenige, was uns vom Blau-Weiss bewusst unterscheidet, und trat insbesondere der Behauptung des Herrn Dr. Weissenberg entgegen, Sport könne aucn dann noch gemeinschaftsbildend und erzieherisch wirken, wenn man auf die Erzielung von Höchstleistungen Verzicht leiste. Die Kritik, die von Herrn Dr. Weissenberg an der bisherigen Arbeit der Turnerschaft geübt worden war, wlurde auf ihren berechtigten Kern zurückgeführt. In der Tat haDe die Turnbewegung bisher ausserordentlich wenig Palastinapioniere und hebräisc»- sprechende Zionisten hervorgebracht, wenigstens wenn man die Zahlen ni« denen des Blau-Weiss vergleicht. Der Grund hierfür sei aber nicht in der untauglicheren Methode,, sondern lediglich in der Tatsache zu suchen, dass bisher die Jugendlichen nicht so, wie es nötig gewesen wäre, epaSSi wurden. Es handele sich a!s(o nicht darum, hier zwischen Sport, T""1!" oder volkstümlichem Turnen prinzipielle Entscheidungen zu treffen, s0^^ um die zweckmässige Anwendung und Ausbreitung dieser verschiedenartige«»

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