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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 7 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
7 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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32 GeiDuro Gedaulo-bissa. Von Fritz Scherbel (Bar-Kochba, Berlin.). Schon oft habe ich im Gespräch mit Gesinnungsgenossen und Turnbrüdern (insbesondere aber Turnschwestern) den verwunderten Ausruf vernommen: „Alle unsere tüchtigem Leute scheinen aus Lissa zu stammen!" Ein solch günstiges Urteil über meine Landsleute kann natürlich nicht zutreffen. Ohne weiteres aber bleibt die Tatsache bestehen, dass die Jugend der Posener Gemeinden auf die Entwicklung der national-jüdischen Bewegung in Deutschland einen hervorragenden Einffuss ausgeübt hat. In diesen Tagen werden die Friedensbedingungen die neuen Grenzpfähle im Osten festsetzen und dadurch übet die weitere Zugehörigkeit des Posener jüdischen Turnvereins zum Deutschen Kreise entscheiden. Eine Würdigung der grossen Bedeutung des Posener Vereins im Verbände des Deutschen Kreises soll in der nächsten Nummer unserer Zeitung einem hierzu Berufeneren vorbehalten bleiben. Heute möchte ich nur einiges erzählen von einer kleinen Gemeinschaft Posener jüdischer Tuifrier, die als Schüler aus erklärlichen Gründen unserem Verbände offiziell nicht angehören konnten, die aber der jüdischen Turnbewegung, wie der nationaljüdischen Sache überhaupt zahlreiche Führer und Vortkämpfer gegeben haben, und die deshalb uns allen ganz ausserordentlich nahe stehen. „GewUro Gledaulo", so nennt sich der seit fast zwei Jahrzehnten in Lissa bestehende Turnverein jüdischer Gymnasiasten. Zwirn hat einmal als junger Student, kurz nach der Gründung des V. J. St., beim Besuch seiner Heimatstadt für den damals noch in den Anfangsstadien steckenden turnsportlichen, Betrieb iseiner jüngeren Schulfreunde den Spottnamen „Gewuro Gedaulo" geprägt. Er ist als des Vereines Ehrenname beibehalten worden und hat ihn weit hinaus über dfe engen Grenzen einer Posenschlen Kleinstadt bekannt gemacht. Unter zahlreichen anderen gleichwertigen Namen der Vor- und Griuidungsgeschichte des Vereins brauche ich nur einige zu nennen, diu dien meisten Lesetrai der Turn-Zeitung bekannt sein dürften: Bäck, Baum, Besser, Königsberger, Kretschmer, Michel, Nemann, Pawel, Pelz, Pick, Pinner, Reinsen, Tälubler, Wermiuth. Ich bitte meine Lissaer Landsleute, die ich in diesem Zjusammtenhange nicht namentlich aufgeführt habe, mir nicht zu grollen. Noch so manchen lieben Freund könnte ich anführen, der in der nationaljüdischen Jugendbewegung, insbesondere im K. J. V., eine über den Durchschnitt gehende Arbeit geleistet hat. ' jSo konnte es natürlich nicht unterbleiben, dass die Lissaer jüdischen Gymnasiasten, die unter dem national-jüdischen Banner des Bar - Kochba aufwuchsen, von dem Lissaer Gemeindevorstand als gefährliche „Staatsverbrecher angesehen und in Acht und Bann getan wurden. Die Jungen verstanden1 es aber in wenigen Jahren, sdchl durch ihre hervorragenden Leistungen die Achtung und Anerkennung des Gemeindevorstandes zu erzwingen, der sich sogar dann dazu entschloss, dem Verein in der jüdischen Volksschule einen grossen Kaum Turnzimmer des G. G. V. mit den eigenen Geräten des Vereins. Im Hintergründe des Zimmers sehen wir das Bild Georg Arndts, unseres leider allzu früh verstorbenen grossen Führers, in dessen Geist die Lissaer Jugend herangewachsen ist. Um auch einen Vorfall zu erwähnen, der eines gewissen tragi-komischen Beigeschmackes nicht entbehrt, sei der Nachwelt folgendes Erlebnis aus der Vereinsgeschichte übermittelt. Es waren bei einigen Mitgliedern des Gemeindevorstandes plötzlich doch infolge der rein jüdischen Tendenz des Jugend Vereines einige Bedenken entstanden. Und als gar einer dieser Herren mit dein Roten Adler-Orden (4. Klasse natürlich) ausgezeichnet wurde (es kann auch der Kronenorden gewesen sein), da schlug die patriotische Begeisterung des Gemeindievorstandes so hohe Flammen, aasls er sich verpflichtet fühlte, den Schamme» zur Beaufsichtigung des „gemeingefährlichen" Turnbetriebes zu entsenden. Docn die Jungen besassen Humor und setzten den Tattergreis adf die sprungnone

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