Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 7 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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26 c) Aus den anderen Organisationen. Vorbemerkung der Redaktion: Wir setzen heute die Berichte der anderen Organisationen fort, die im vorigen Hefte mit den Aufsätzen vom Volksheim, Nationalfond und Arbeitsamt begonnen wurden. Diesmal kommen Vertreter des Kartells Jüdischer Verbindungen und des Hapoel H a zair zum Wort; im nächsten Heft sollen B 1 a u-W eiss und Misrachi ihre Ziele und Methoden darlegen. Besonders hinweisen möchten wir noch auf den Aufsatz Bert hold Cohns, der als alter Bar-Kochbaner und K. J. Ver. das Recht hat, eine so scharfe Kritik an beiden Organisationen zu üben. Auch die Wege der Besserung, die er angibt, scheinen uns sehr beachtenswert; ein Volk, das auf dem Rückmarsch in seine alte Heimat ist, darf nicht nach Ständen unjd Klassen getrennt diesen Weg zurücklegen; sondlern in brüderlicher Liebe müssen alte Berufe ohne gegenseitige Wertung am gemeinsamen Werte Hand anlegen. Wenn dies erst einmal erkannt ist, wird auch das Misstrauen schwinden, dass Leute noch manchmal die Zusammenarbeit zwischen K. /. Vern. und Turnern so sehr erschwert. K. 9. ü. und TuroersdiaW. Von Berthold Cohn, Ruder-Verein Jüd. Studenten, Berlin. Eine stark geeinte Jugend soll unsere Idee zum Leben erwecken, sie soll Palästina durch ihrer Hände Arbeit erbauen, sie soll dem der Assimilation anheim fallenden Galuthjudentum neue Kraft zuführen. Unsere Jugend muss stark sein. Stark im "Wollen, unerschrocken im Streben nach dem Ausserordentlichen; und stark im Tun, voll zäher Beharrlichkeit alten Mühsaten zum Trotz auf das gesetzte Ziel losgehend,, in sittlichreiner Lebensführung ihre Kraft für strenge Pflichterfüllung aufsparend. Und sie soll einig sein. Nicht einheitlich, schematisch hinemgepresst in gleichartige Formen, geistig kaserniert und unselbständig in den Fragen ihres persönlichen Menschentums, aber einig im Erfassen ihrer ureigensten Aufgabe; erfüllte Träger unserer Idee zu sein, Pioniere des neuen judischen Lebens zu werden. Es muss einmal deutlich gesagt werden, dass diese Einigkeit noch nicht vorhanden ist. Wir stehen zusammen in der Abwehr dessen, was wir als Assimilation empfinden, es fehlt aber oft an der alle Vorurteile und Standesschranken überwindenden Einheit, jener echten Kameradschaft, d« Kämpfergemeinschaften auszeichnet. Nicht dass wir Bünde von Kaufleuten und Studenten, von Turnern und Wanderern haben, ist es, Was wir missbilligen. Unsere Bewegung muss bunt und vielgestaltig sein, wie das Leben. Aber dass diese Bünde sich innerlio» fremd sind, dass einer den andern ablehnt und jeder überzeugt ist, aläein die wahre Form der Gemeinschaft gefunden zu haben, das kann den Aufbau des neuen jüdischen Lebens gefährden. Wir vermissen das Zusammenwachsen über die Einzel-Bflnde hinaus, das Verantwortungsgefühl des Einen für den Andern, und damit auch aller für Alle. Uwber die Gemeinschaft der Wahlverwandten und der Neigungsgleichen hinaus aber muss unsere Jugend zur E i n h e i zusammenwachsen.