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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · II (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
II (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nationales Judentum i Häufig begegnet man der Anschauung, daß der Weltkrieg, dieser grandioseste Konflikt aller Zeiten, eine Episode sei, die es nun ■wieder zu überwinden gelte, ohne die das Menschengeschlecht viel glücklicher, viel harmonischer sich entwickelt hätte, die man aus dem Kreise seiner Gedanken erst ausmerzen müsse, wenn man sich m seinem/persönlichsten Kulturdrang den höchsten Zielen* entwickelter Menschlichkeit zuwenden wolle. Und doch ist es unmöglich länger zu verkennen, daß sich durch die Geschichte der Menschheit zwei Probleme ziehen, die schließlich in ihrer letzten Zuspitzung zum Aufeinanderplatzen der entfesselten Gewalten führen-mußten: das soziale und das nationale. Die im kapitalistischen System tinheimlich drohende Wirtschaftskonkurrenz und das bisher herrschende Unverständnis für das Recht kleiner Nationen, ihr Dasein im Geiste ihrer Kultur zu formen, hatten das tragische Ergebnis: Die Menschheit, die nicht die rechten Normen les Zusammenlebens gefunden hatte, mußte sich aus- ' e in an d erleben. Jetzt versucht die Welt zu heilen, Revolution und Völkerbund weisen den Weg zu sozialer und nationaler Neuordnung. Das Recht der kleinen Nationen ist anerkannt; ihre Idee mußte siegen, weil sie von Gemeinschaften mit elementar-natür- Sschem Selbsterhaltungstrieb getragen war und weil Völker sich ihren Anspruch auf Eigenleben schon allein durch den heißen Willen zu nationaler Kultur erwerben können. Nichts Gesünderes kann es für eine Nation geben, als den lebendigen Trieb, ihre Art zu erhalten, und den inneren Drang, ihr Wesen zu vertiefen und ihr geistiges Sein zu erhöhen. Beiden Lebensäußerungen liegt eine Selbstachtung zugrunde, welche erst anderen die Möglichkeit zur Achtung gibt. Nur solchen Völkern hat man sie versagt, die selbst Verzicht auf Volksleben im eigenen Lande leisteten: Juden und Zigeunern. Und diese Daseinserscheinungen, Arterhaltungs- und Artverbesserungswille, sind wieder die Wurzel aller Kultur. Wohl gibt es eine europäische Zivisilation, aber Kultur, ein Inbegriff alles höheren Denkens, ein Niederschlag alles geistigen Erlebens, ist unlöslich verknüpft mit dem Dasein einzelner Volksstämme, aus deren Wurzeln sie ihre stärksten Kräfte zieht, von . •derasji Wesensart sie ihre eigenartige Färbung erhält. Und wenn k 3

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