Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- I (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jüdische Zeitschriften Der Jüdische Wille. Herausgegeben vom Kartell Jüdischer Vejbindungen. Erscheint zweimonatlich im Jüdischen Verlag, Berlin. Preis 12.— M. jährlich. (Preisänderung vorbehalten). Der „Jüdische Wille" ist ein Organ der jüdischen Jugendbewegung. Er ▼ersteht unter der-jüdischen Jugendbewegung aber nicht, wie manche es leider tun, den jüdischen Zweig der deutschen Jugendbewegung, sondern ist sich bewußt, daß unsere Jugend nur dann zur Erfüllung ihres Daseins gelangen kann, wenn sie sich als dienendes Glied der jüdischen Bewegung — der einzigen, die auf diese Bezeichnung Anspruch erheben darf: dem Zionismus — •inordnet. Der „Jüdische Wille" ist auf kein Parteiprogramm eingeschworen. Er lehnt mit Entschiedenheit jede ein für allemal festgelegte einseitige — im Hinblick auf manche Erscheinungen der neuesten Zeit möchte man sagen: monomanische — Einstellung ab und gewährt jeder durchdachten und sacklich vertretenen zionistischen Ansicht bereitwillig Raum. Neben Fragen der Jugenderziehung bevorzugt der „Jüdische Wille" Arbeiten, die jüdischen Stoff — sei es historischen, sei es sozialen oder politischen — von der Basis der nationalen Auffassung aus behandeln und gestalten. Alle national-jüdisches Jugendorganisationen und -Gruppen kommen regelmäßig in eigenen Berichten zu Worte. —n. Jüdische Turn- und Sportzeitung. Organ des Deutsche» Kreises der jüdischen Turnerschaft. Berlin C 2. Die jüdische Turnbewegung in Deutschland ist erwachsen aus dem Idealismus, den Theodor Herzl dem sterbenden Westjudentum gegeben hat. Alle ihre Angehörigen fanden sich auf dem Boden eines bewußten und stolzem National-Judentums zusammen und die meisten von ihnen zogen auch die letzte Konsequenz aus ihren Anschauungen, das Bekenntnis zum Zionismus. Die immer stärkere Neugründung von jüdischen Turnvereinen in Deutschland machte sehr bald ein gemeinsames Organ notwendig, das neben der organisatorischen Einheit, die durch den Deutschen Kreis der Jüdischen Turnerschaft gewährleistet wurde, ein geistiges Band zwischen den einzelnen Vereinen herstellt. Es ist das Verdienst der Turnbewegung und ihrer Zeitung, eine für uns Juden besonders notwendige Synthese zwischen KörperundGeist vorbereitet zu haben. Der letzte Turntag, der anläßlich de» national-jüdischen Jugendtages in Berlin stattfand, brachte uns den Beweis, daß sich dieser Gedanke bereits erfolgreich ausgebreitet hat, stellte uns aber andererseits vor neue Aufgaben und Möglichkeiten. Es ist nicht zu bestreiten, daß die Turnbewegung in ihren zionistisches Impulsen und Erfolgen hinter der Intensität des Blau-Weiß und der jüngeres Generation des K. J. V. erheblich zurückgeblieben ist. Dies liegt nicht otwa an der Minderwertigkeit sportlicher oder turnerischer Erziehungsmethode», sondern lediglich an der bedauernswerten Tatsache, daß sich weite Kreis« der jüdischen Intelligenz überhaupt nicht um diesen wichtigen Zweig nationaljüdischer Jugendarbeit bemühten. Nun aber beginnt gleichzeitig ein starkes Interesse der zionistischen Studenten und Kaufleute an körperlicher Be- 58