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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · I (1919) · p. Seite 21

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
I (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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wiegenden Teile vom K. J. V. oder von K. J. V.-ern herstammt. Mit Recht hat das Kartell insbesondere den Kouleurbetrieb stets verworfen, weil das Kouleurtragen der Juden eine ungesunde Assimilationserscheinung ist. Es wird ohne weiteres zugegeben, daß in Kouleurverbindungen die äußere, rein formelle Erziehung infolge des stärkeren Zwanges schneller zu erreichen ist; aber dieser Vorteil verschwindet völlig, wenn man bedenkt, daß gerade der Koulerbetrieb fast die ganze Zeit des Studenten in Anspruch nimmt und daher zu Aeußerlichkeit und Verödung rühren muß. So nimmt man lieber das langsamere Tempo der „schwarzen" Verbindungen auf. Neben ihren starken Vorzügen hat die deutsch-christliche Korporation den schweren Fehler, daß sie die Jugend zu überheblicher Einseitigkeit erzieht, die nicht zum kleinsten Teile daran schuld ist, daß der deutsche Korporationsstudent die Fühlung mit seinem Volke und damit die Führung im Volke verloren hat. Das K. J. V. vermeidet diese Gefahr, da es als Ganzes in einer von Lebenskraft überschäumenden Bewegung steht, in welcher der Menschenwert entschefdet, nicht die Frage, ob jemand Akademiker ist oder nicht, und da es seine Mitglieder dazu erzieht, nach Beendigung ihrer Aktivität, stets von der Kraft des Kartells neu gestützt, außerhalb des Kartells im Geiste seines Programms zu wirken. In allen Verbindungen des Kartells wird geturnt, gewandert oder Sport jeder Art getrieben, die Verbindungen gehören der jüdischen Turnerschaft an. Der Ruder-V. J. St. hat im Wassersport ein Mittel von besonderem gemeinschaftsbildenden Werte gefunden, um die Liebe zur Natur, die Freude am Leben in der Natur und an körperlicher Betätigung zu wecken und um den gesündesten Sport in jüdischer Gemeinschaft zu pflegen. Der Sport-V. J. St. treibt Leichtathletik, um den jungen Korper zur Nraft verschafft Achtung. Hier sind auch die wirksamen Warfen gung, Freude an Zucht und Reinlichkeit, maßvollen Ehrgeiz, Verständnis für gesunde Körperlichkeit, Befreiung vom Staub und Schmutz und von den Dekadenzerscheinungen der Großstädte Kraft und Gewandtheit zu stählen. Sport bedeutet Krafterzeugegen den Antisemitismus. Eine bisher unerprobte Arbeit hat der neue V. J. St. Hechaver unternommen, wenn er es versucht, den Jungen Studenten durch Arbeiten in Landwirtschaft und Gartenbau körperlich zu stärken, ihn der Natur nahe zu bringen und ihn vor allem so auf Palästina vorzubereiten. Und die \ er bindung Jüdischer Studenten Maccabaea in Berlin will jüdische soziale Arbeit mit den Lebensaufgaben des jungen Studenten verknüpfen. Wir sehen, daß das K. J.V. trotz der Geschlossenheit und Einheitlichkeit nach innen und: außen dem Geiste keine Zwangsjacke anlegt. Die verschiedenen Bestrebungen, welche die 3 21

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