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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · I (1919) · p. Seite 14

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
I (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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„repräsentierten* überall das offizielle Judentum und sie, die im Berufe jedem Nichtfachmann das Wort verboten hätten, ließen sich hier nicht durch ihre Unkenntnis in allen jüdischen Dingen beirren, die manchmal geradezu grotesk war und die überall in die Augen sprang, in ihren Zeitungen und ihrer Gemeindetätigkeit. Eitelkeit, Trägheit und die Rücksicht auf die Anderen, dies sind die Stützen der Assimilation. Die „deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens" im Elsaß und in Posen sind heute bereits französiche oder polnische Staatsbürger jüdischen Glaubens; sie werden sich sofort um den Beweis bemühen, daß sie „mindestens" ebenso gute Franzosen und Polen sind, wie jeder andere und werden den Polen und Franzosen die widerwärtigen Geschmacklosigkeiten vorsetzen, die sie bisher bei Kaiser und Reich anbrachten. Der Nationaljude trägt seine feste, geschlossene Lebensanschauung mit sich, seine Gesinnung ist unabhängig vom Lande seines Aufenthalts und vom Wechsel der Staatshoheit. Gerade er als national denkender Mensch hat das Verständnis für das nationale Leben der umwohnenden Völker und für die Grenzen, die ihm und ihnen gezogen sind. Er drängt sich nicht auf und weiß doch, daß zwischen uns und ihnen starke Bindungen infolge einer gleichmäßigen Erziehung sowie infolge der Gemeinsamkeit der Kulturgüter und der staatsbürgerlichen Pflichten bestehen. Er wird daher stets in der Lage sein, diese zu erfüllen und die ihm zukommenden Rechte zu verlangen. Dem in sich und seinem Volke ruhenden Nationaljuden konnte der Ausgang des Weltkrieges, welches Ende er auch immer fand, keine Erschütterung seiner Anschauungen bringen. Wie stellen sich die Assimilanten auf die neue, ihnen höchst fatale Situation ein, die durch die politischen Erfolge des Judentums geschaffen worden ist? Nur wenige sind schwungvoll genug, um mit dem neuen Leben mitfühlen zu können. Ein Teil versucht, die Unannehmlichkeiten der Lage dadurch zu verschleiern, daß er an den Worten deutelt und dreht. Aus Volk wird „Rasse" oder „Gemeinschaft" — wobei man neuerdings den Nachdruck nicht mehr so stark auf den „Glauben" legt und wobei man auch diese Begriffe möglichst unklar läßt. Man sucht die Schwierigkeit zu umgehen, indem man vorschlägt, jeder solle die Bezeichnung „Volk" auffassen, wie er wolle. Ein anderer Teil erklärt sich nunmehr, durch nichts anderes als durch die Macht des Erfolges gezwungen, innerlich noch grollend, mit manchen zionistischen Zielen einverstanden und tritt jetzt für die Palästinaarbeit ein mit dem Wunsche, bei der Durchführung der Arbeit alles zionistische auszumerzen, in dem Glauben, man könne eine Bewegung ersticken, indem man sich mit der Miene der Unschuld eines Teiles ihrer Phraseologie bemächtigt. Als ob es möglich wäre, daß Leute, denen die politische Einsicht erst nach dun Erfolgen kommt, anderen in die Arme fallen, die, vom Glauben an die Idee beseelt, diesen Erfolgen den 14

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