Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-07-01 · Vierte Kriegsnummer (Juli 1918) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Vierte Kriegsnummer (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/6492379-5965033-5965375--578-4922754
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 4 17 die letzten Endes nicht die feinsten Nuancen der Juden, die Grenzen des jüdischen vom nichtjüdiscben Ich bloßlegen, sondern mit Volksversammlungsphrasen unsere Schädlichkeit darlegen. Selbst wenn lediglich ein kleiner Teil der Ausführenden zu oberflächlichem Brunnenvergiftungsmanövern das Wort nimmt, so gilt der berühmte Satz: audacter calumniare, aliouid haeret — Verleumde lustig, etwras wird in den Gehirnen alsl wahr Zurückbleiben, was die Juden herabsetzt. Uebel auch, wenn Juden kein jüdisches Verantwortlichkeitsgefühl besitzen, wie es Herr Bondi bezeugt (ebenda). Herr Bondi ist in Ekstase geraten für die freideutsche Jugend, das Problem der Erziehung der jüdischen Jugend interessiert ihn nicht und mit einer naiven Freude erzählt er, wie viele seiner jüdischen Kameraden von ihm als ungeeignet für seine Gemeinschaft abgelehnt wurden. Wir wollen Herrn Bondi, der sich nach seinen eigenen Aussagen als besonders vorteilhaften Menschen vorstellt, der nicht mit den vielen störenden Eigenschaften unserer Rasse belastet ist, nicht im Gefühl dieses sich selbst erteilten Zeugnisses, in dem seltsam gehobenen Eigenlob stören. So wie es tausende von Berufsgenossen gibt, die sich lediglich zu geselligem und kulturellem (nicht nur zu wirtschaftlichem) Tun zusammenschließen, wie die 'Schrimmer, Posener und Rawitscher in Berlin und andere Landsmannschaften in der Welt ihre Vereine haben, so wollen wir auch friedlich unsere eigenen Kreise bilden. Wir danken dem Friesen Knud Ahlborn, der die Wurzel der Minderwertigkeit der Kultur unserer Zeit, den Mangel an Persönlichem nicht einer Rasse (scilicet der jüdischen) andichtet, der die Wohlfahrt neuer Lebensinhalte und Formen nicht einer Rasse vorzuenthalten wünscht. Aber Ahlborn ist nicht die gesamte_ freideutsche Jugend, wo selbst die Juden, aus einer begreiflichen Furcht heraus, die Masse der Juden zurückstoßen! Das allgemeine Erziehungs.verk an den Juden ist aber die einzige Möglichkeit, unsere Gemeinschaft zu erhalten, die Mitglieder in dem schweren Wirtschaftskampf, in der politischen Zurücksetzung und der so zialen Mißachtung seelisch so zu stärken, daß sie das volle'Maß aller Herab Würdigungen mit Größe zu ertragen wissen. Nicht zum mindesten fällt auch in unser Gebiet die Vermittelung der ganzen Breite jüdischer Ethik, die in allen Ueberlivferungen gegeben ist, die Betreibung körperlicher Hebungen und die Pflege der jüdischen Geselligkeit, die von jeher frei von alkoholischen Exzessen, sexuellen Verirrungen und rohen physischen Aus schreitungen war. Und endlich: ln unseren Reihen muß die Kenntnis der jüdischen Geschichte, die Pflege der jüdischen Literatur und Psychologie getrieben werden, damit bei den alltäglichen Ueberfällen antisemitischer Tagesschreier ein Geschlecht herangebildet wird, das den Willen und die Kenntnis hat, diesen Ausstreuungen und Ausschreitungen entgege.izutretcn.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.