Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 1916-1918
- Issue
- Zweite Kriegsnummer (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ro No. 2 J. T. V. Bar Kochba, Hamburg. Der Bar Kochba-Hamburg, hat bei Ausbruch des Krieges seine Tätigkeit nicht eingestellt, sondern ununterbrochen weitergearbeitet. Er Steht, im dritten Kriegsjahre, lebensfähig wie nur je da. Auch die finanzielle Lage des Vereins ist befriedigend. Trotz der großen Anzahl der im Felde stehenden Mitglieder, auch des langjährigen, bewährten Leiters, Herr Rechtem, wurden alle Abteilungen — seit Mai 1916 allerdings unter teilweiser Zusammenziehung der Herren- und Damenäbteilung — unverändert weitergeführt. Erhöhte Ausgaben für die Turnhalle, Beitragsermäßigung und -erlaß für die durch den Krieg wirtschaftlich geschädigten Mitglieder (besonders in den Kinderabteilungen) zwangen dazu, im letzten Herbst den zweiten Turnabend der Woche iortfallen zu lassen. Als Ersatz dafür wurden in der Herren- und Damenabteilung Schwjmmriegen gegründet, die wöchentlich einmal schwammen, bis in letzter Zeit durch Schließen der städtischen Badeanstalten diesen Uebungen leider ein Ende gemacht wurde. Die Fußballabteilung hat während der Kriegszeit fleißig geübt und sich mit Erfolg an den Frühjahrs- und Herbstserien des „Norddeutschen Fußball-Vereins beteiligt. Doch ist sie durch andauernde Einberufung ihrer Mitglieder leider immer mehr geschwächt, so daß sie jetzt nur durch eine Arbeitsgemeinschaft mit anderen Fußballvereinen in der Lage ist, ihren Mitgliedern Gelegenheit zum Fußballspiel zu geben. Eine Leichtathletik-Abteilung, die seit Frühjahr 1916 besteht, sorgt durch wöchentliche Uebungsabende auf dem Sportplatz Sternschanze für die leichtathletische Ausbildung in der JUnglingsabteilung. Neuerdings sind Vorbereitungen getroffen worden, um der militärischen Turnausbildung der männlichen Jugend die sorgfältige Pflege widmen zu können, die der Staat künftig von den Turnvereinen verlangen wird. In diesen Tagen erhielten wir von der Leitung der Milit. Vorbereitung der Jugend im Stadtgebiet Hamburg die Erlaubnis zur Gründung einer Jugendkompagnie. Die Leitung übernimmt Leutnant Leo Joel und Off.-Steilvertr. Hugo Goldschmidt. Um Erziehungsarbeit-im national-jüdischen Sinne in größerem Maßstabe, als dies auf dem Turnboden möglich ist, zu leisten, wurden im Oktober 1916 14tägige „Bar Kochba-Abende“ eingerichtet, Mitgliederversammlungen, in denen durch Vorträge und Diskussionen über aktuelle jüdische Fragen und Geschehnisse, durch literarische und geschichtliche Darbietungen die nationaljüdische Gesinnung in den Mitgliedern geweckt und gepflegt werden soll. Eine Hauptaufgabe sieht der Verein darin, die Verbindung mit den im Felde stehenden Mitgliedern aufrecht zu erhalten. Da« geschieht durch das regelmäßige Versenden von Liebesgaben, Feldpostbriefen, den vierteljährlich erscheinenden „Mitteilungen des J. T. V. Bar Kochba-Hafflburg“, durch die Einrichtung einer jüdischen Wanderbibliothek für die im Felde stehenden und durch das Verlesen von Feldpostbriefen an den B. K.- Abetiden. Daß diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, geht nicht nur aus 'den Brieien hervor, sondern aus den zahlreichen Besuchen unserer Urlauber aui dem Turnboden.