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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1917-03-01 · Zweite Kriegsnummer (März 1917) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Zweite Kriegsnummer (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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No. 2 9 unserer nicht eingezogenen männlichen Mitglieder teilnehmen. Sobald es die Witterung erlauben wird, werden wir wieder wie in vergangenen Jahren unsere Turnspiele aufnehmen. Mit jüdischem Turn'ergruß Jüdische Turnerschait, Breslau. 1. A.: Der Vorstand. Franz Weiß. Jüdischer Turnverein zu Köln. Im vergangenen Jahre stand unser Verein im Zeichen des Krieges. Von den Turnern wurden alle ohne Ausnahme zum Heeresdienst eingezogeri, soweit dieselben im dienstpfltchten Alter standen. Es geht daraus hervor, daß wir durch Turnen, Sport und Wandern unsere Mitglieder körperlich hervorragend ausgebildet hatten. Es kamen zeitweise nur noch zwei junge Leute zur Halle. In den ersten Monaten des vergangenen Jahres bekamen wir einigen Zuwachs an jungen Leuten, die uns aber im Herbst schon wiede'- veriassen mußten, weil sie ebenfalls eingezogen wurden. Im April 1916 veranstalteten wir einen Propaganda-Abend und errichteten eine Sportriege, welche aber aus dem vorher angegebenen Grunde nicht zum richtigen Arbeiten gelangen konnte. Um das Leben im Verein nun aufrecht erhalten zu können, begannen die Wandergruppe, an der sich eine große Anzahl unserer Damen beteiligte, eine sehr eifrige Tätigkeit. Die Wanderungen wurden fast jeden Sonntag vcrgenommen und fanden rege Beteiligung. Inzwischen wurde auch der erste Vorsitzende der Wandergruppe im Dezember eingezogen. Wir arbeiten mit den wenigen männlichen Mitgliedern, die noch hier sind, tapfer weiter und hatten jetzt zu Chanuka eine Maccabiierfeier in kleinem Rahmen. Unser jetziger Leiter Herr Salomon Linz hielt eine Ansprache über die Maccabäer, nachdem vorher von demselben die Chanuka-Lichter angezlindet worden waren und „Moaus zur Jeschuaussi“ gesungen war. Die Feier war sehr gut besucht und verlief in echt jüdischem Sinne. Wenn auch die Schwierigkeiten für uns groß sind, so bleibt doch unser Turnbetrieb bestehen wie bisher, was wir besonders unserer Damenriege, die sehr eifrig turnt, verdanken. Wir hoffen daher, daß unser Verein nach dem Kriege in alter Weise neu blühen und gedeihen wird. Frankfurt. Unser Verein, der im ersten Jahre ein langsames Wachsen der Mitglieder aufwies, entwickelte sich infolge eifriger Tätigkeit unter tüchtiger Leitung in zunehmendem Maße. Die gemeinsamen Ausflüge der Herren und Damenabteilung in den Taunus fanden unter reger Beteiligung statt. Die Herrenabteilung; die noch bis vor kurzem regelmäßig turnen konnte, mußte, da, alle Mitglieder einberufen wurden, geschlossen werden. Die Damenabtelhmg turnt während des Krieges ein bis zweimal wöchentlich. In weiten hiesigen Kreisen zeigt sich reges Interesse an dem Fortkommen unseres Vereines. Nach längerer Turnpause beginnt jetzt der Verein wiederum mit einer Damenabteilung, der ca. 15 Damen angehören.

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