Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 4 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 127 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/6492379-5965026-5965368--459-4922638- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No. 4 127 das Boot seiner Bestimmung übergeben. (Bis zur Stunde konnten wir diesem Boote ein zweites hinzufügen.) Es ist nun unsere Aufgabe, durch Gewinnung Suter Trainierer die Ruderriege in sachgemäßer Weise auszubilden. Da die Zugehörigkeit zur Ruderriege Schwimmfertigkeit voraussetzt, mußten wir uns naturgemäß auch dem Schwimmsport zuwenden. Durch Abschluß eines sonstigen Vertrages mit einer hiesigen Badeanstalt konnten wir für unsere Mitglieder bedeutende Preisermäßigungen zum Baden sowie auch zur Erlernung des Schwimmens erlangen. Wöchentlich einmal haben wir ferner einen gemeinsamen Schwimmabend eingerichtet. Auch gesellige Veranstaltungen wie Ausflüge usw., welche den Zweck haben, unsere Mitglieder einander näher zu bringen und unsere nationaljüdischen Tendenz in besonderem Maße hervorzukehren, wurden veranstaltet. Wenn wir uns nun auch bewußt sind, daß wir noch vieles zu leisten naben, so können wir doch mit innerer Genugtuung .die geleistete Arbeit überschauen, und dies gibt uns Mut, in unermüdlicher Tätigkeit weiter zu arbeiten, um dem J. T. V. Frankfurt a. M. die Stellung innerhalb der Jüdischen Turnerschaft einzuräumen, die ihm entsprechend der Größe und Bedeutung der hiesigen Judenschaft gebührt. Berlin. J. T. V. Bar Kochba. Die letzten 6 Monate des Vereinslebens standen ganz unter dem Zeichen des neu erbauten Sportplatzes. Ende Dezember hatten wir eine im allergrößten Stile veranstaltete Maccabäerfeier, die von ca. 2000 Personen besucht war und einen Ueberschuß Von 1800 Kr. brachte. Im März veranstalteten wir eine Purimfeier, deren Ertrag auch dem ^Portplatzfonds zugute kam. Das größte Ereignis jedoch in der verflossenen Berichtsperiode war die Einweihung des Sportplatzes, die unter Beteiligung zahlreicher anderer nationaler Vereine, wie Studenten-, Ruder- und Wandervereine vor sich ging; ca. 2500 Zuschauer, unter denen sich die Vertreter staatlicher und kommunaler Behörden, sowie der Jüdischen Gemeinde befanden, waren zugegen. Dr. "■ranz Oppenheimer hielt nach dem Einmarsch die Festrede; es folgte dann die Abwicklung eines äußerst umfangreichen turnerischen und sportlichen Programms. Das Eröffnungsfest war nicht nur ein Ereignis für den Bar Kochba, sondern für die gesamte Berliner Judensehaft. Von weiteren turnerischen Veranstaltungen wäre noch zu erwähnen je cm Wetturnen der Frauen- und Mädchenabteilung, sowie ein mit großem Beifall aufgenommenes Fechtturnier. Bei dem bekannten Stafettenlauf Potsdam—Berlin wurden wir infolge schlechten Trainings, das durch die Inanspruchnahme vieler Mitglieder durch die Erbauung des Sportplatzes und die Vorbereitungen zum Eröffnungsfest zu erklären ist, sieben Plätze zurückgeworfen. Wir hoffen durch den jetzt fertig gestellten Sportplatz so viel Gelegenheit zum Training zu haben, daß wir nächstes Jahr die Scharte auswetzen Werden. Die Fertigstellung des Sportplatzes wird uns jetzt auch gestatten, üüserer ebenso wichtigen Aufgabe, nämlich der nationalen Erziehung unserer Mitglieder, mehr Zeit und Kraft zu widmen, als wir es bisher leider konnten. Wir erwarten, daß die nächsten 6 Monate unter dem Zeichen der Erfüllung dieser Aufgabe stehen werden. F. M. , Berlin. Jüdischer Frauenbund Hir Turnen und Sport. Unsere langjährige Vorsitzende Fräulein Gertrud Levy hat sich mit Herrn Rechtsanwalt Zucker (Sohrau) verlobt. (Wir gratulieren herzlich. D. Red.) *