Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 4 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 122 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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122 No, 4 mit einem Meeting vor die Oeffentlichkeit und erzielte auch damit einen recht schönen Erfolg. Nur inniges Zusammenhalten und das Bewußtsein, für die jüdische Sache in den Kampf zu treten, durch ihren Erfolg unserer gewaltigen Bewegung zum Siege zu verhelfen, konnten unseren Athleten die günstigen Resultate des heurigen Jahres sichern. Ich sagte früher, wir brauchen Unterstützung. Wie kann man nun den jüdischen Sport unterstützen, welcher Art kann diese Hilfe von außen her sein? Man könnte uns einen eigenen erstklassigen Platz mit erstklassigen Einrichtungen zur Verfügung stellen; dies würde einen kolossalen Aufschwung in unserer Sportbewegung bewirken und damit dem national-jüdischen Gedanken ebensoviele Anhänger zuführen, wie das direkte Mitgliederwerben. Müssen wir aber die Verwirklichung dieses Wunsches leider erst einer späteren Zeit Vorbehalten, so benötigen wir jetzt unbedingt eine spezielle Unterstützung bescheidener Art: Wir müssen das Interesse von Persönlichkeiten für uns wecken, die durch Aussetzen von Ehrenpreisen die Aufmerksamkeit der uns noch fernstehenden jüdischen und nichtjüdischen Athleten, Studenten, Fußballer auf unsere Athletik lenken, den Ehrgeiz aller unserer Sportleute wachrufen, damit diese in fortwährendem Training ihre Leistungen verbessern und einen Ansporn der heranwachsenden Jungmannschaft bieten. Das ist gegenwärtig das einzig erreichbare Mittel, das aber von hervorragendem Werte wäre und uns bei genügender Mitarbeit der Vereine großen Nutzen bringen müßte. Ich möchte noch zum Schlüsse einige Worte über die Aufgaben, welche die jüdische Athletik nach außen hin zu erfüllen hat, sprechen. Die Athletik ist heute einer der schönsten und verbreitetsten Sportzweige. Sie erobert sich allmählich die breitesten Schichten des Volkes und ist noch lange nicht auf der Höhe ihrer Entwicklung angelangt. Wenn wir unseren einstigen Bedrückern und allzeitigen Gegnern seit je beweisen konnten, daß wir ihnen ln geistiger Beziehung um nichts nachstehen, so ist es die Aufgabe der Athletik, ihnen zu zeigen, daß es sich in körperlicher Beziehung ebenso verhält Es ist Aufgabe der Athletik, nach ihrer Art und im Rahmen ihrer Mittel zu zeigen, daß aus dem alten verspotteten Judcnvolke ein neues strahlendes Muskeljudentum ersteht. Verschiedenes. Jüdischer Kulturfonds „Kedem“. Zur Förderung der hebräischen Sprache und Kultur in Palästina ist bekanntlich der Jüdische Kulturfonds Kedent ins Leben gerufen worden, für den Herr M. Feldstein in Warschau 40000 Fr. gestiftet hat und auch sonstige größere Beiträge eingegangen sind. Nachdem der Fonds nunmehr die nötigen technischen Vorbereitungen getroffen und die behördliche Legalisation erlangt hat, ist er jetzt an die Verwirklichung eines umfassenden Programmes herangetreten. Zunächst wendet er sich den besonders dringenden Aufgaben zu, in erster Reihe der Herausgabe von Lehrbüchern für die hebräischen Schulen sowie der Schärfung von Bibliotheken in Palästina. Ferner begründet der „Kedem“ ein Wissenschaft II ches Organ für die hebräische Sprachforschung.