Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 3 (Mai/Juni 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 100 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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100 No. 3 hiesigen jüdischen Bevölkerung verriet einesteils die Popularität unseres Vereins und der jüdischen Turnsache in Graz und andernteiis der schöne Erfolg unseres Festes von einem guten Zusammenwirken im Vereine selbst. Die Reihe der Veranstaltungen wurde durch einen recht gemütlichen Frühschoppen internen Gharakters eröfinet, wobei wir Gelegenheit hatten, unsere auswärtigen Gäste, insbesondere unsere Wiener Turnbrüder, willkommen zu heißen. Das Schauturnen am Nachmittage, an welchem alle Abteilungen ca. 120 Turner und Turnerinnen teilnahmen, nahm einen recht befriedigenden Verlauf und bot ein schönes und abwechslungsreiches turnerisches Bild. Nach einem allgemeinen Aufmarsch, welcher sich unter großem Beifall und unter den Klängen unseres Bundesliedes vollzog, hielt der Vorsitzende unseres Kreises, Herr Kien, eine kernige, gehaltvolle Ansprache. Daran schlossen sich die Freiübungen der Männer, die Stabübungen der Damen und Mädchen und schließlich die Freiübungen der Kinder. Die exakte Ausführung der einzelnen Uebungen, insbesondere die gute Disziplin in unseren erst seit kurzem bestehenden Kinderriegen, fanden im Publikum verständnisvollen Anklang. Das darauffolgende Riegenturnen aller Abteilungen in schöner Aufeinanderfolge zeigte wirklich gute turnerische Leistungen, und war besonders beim Männertürnen bei den Einzelnen hervorragende Veranlagung zu beobachten. Das Riegenturnen, speziell das unserer Wiener Turnbrüder, wurde vom Publikum mit lebhaftem Interesse verfolgt und die einzelnen Darbietungen durch stürmischen Beifall gewürdigt. Mit harmonisch zusammengestellten Pyramiden, an welchen sich alle Abteilunge*1 beteiligten, fand das Schauturnen sein Ende. Den Abschluß unseres Festes, bildete der Kommers am Abend, der sich durch ein recht festliches Gepräge auszeichnete. Nach einer kurzen Begrüßung unseres Obmannes Herrn Karl Schwarz, ergriff unser Ehrenobmann Herr Oskar Freudmann zu einer in markigen Worten gehaltenen und tendenziösen Festrede das Wort, welche auf alle Anwesenden die tiefsten El**' drücke hervorrief. Die weiteren Ansprachen, unter anderen die des Präsidenten der hiesigen Kultusgemeinde Herrn Rendi, des Vorsitzenden unseres Kreises Herrn Kien, des hiesigen Rabbiners Herrn Dr. Herzog, waren größtenteils Ausdrücke der Freude und der Anerkennung über das fruchtbare Wirire0 unseres Vereins, sowie der Beglückwünschung zu unserem Jubiläumsfeste. Nach e'ner Ehrung unseres verdienstvollen Obmannes Herrn Karl Schwa*"2 und der Verlesung der eingelangten Glückwunschtelegramme, welche ***** aus allen Kreisen unserer Turnbewegung zugekommen sind, wurde der Kommers geschlossen unc! nach einem kurzen Koloquium das Kränzchen mit einer Polonaise eröffnet. Der Tanz, welcher bald die fröhlichste Stimmung hervorbrachte, fand erst in den Morgenstunden seinen Abschluß. . Anläßlich des Festes gab der Verein eine Festschrift heraus, ein? ausführliche Abhandlung Uber die Geschichte unserer Bewegung und unseres Vereins enthaltend. Dieselbe wurde bereits an alle Verbandsvereine unsere Kreises in Versand gebracht. S. S. (Wir werden gelegentlich Teile dieser sehr lesenswerten Festschri* in unseren Blättern veröffentlichen.) D. R®“- Berlin. Das große Jüdische Turn- und Sportfest, das der Berlin® Bar Kochba zur Weihe seines neuen Spielplatzes in Karlshorst am S°n dem 17. Mai veranstaltete, nahm einen überaus glänzenden Verlauf. *■'" Veranstalter hatten den Ehrgeiz, ein Fest zustande zu bringen, das den vegleich mit unserem Verbandsschauturnen vor dem Wiener Kongreß nicht scheuen hat. Der starke numerische Zuwachs, den der Bar Kochba g^a® in den letzten beiden Jahren erfahren hat, hatte es ermöglicht, mit eine Massenaufgebot an Turnern, Turnerinnen und Sportsleuten vor das Publ'K“ zu treten, wie es bisher einem einzelnen jüdischen Turnverein noch nicht *