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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-05-01 · 3 (Mai/Juni 1914) · p. Seite 92

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
3 (Mai/Juni 1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 92 (sequence 22)
Language
German
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92 No. 3 legenheit, den Sport (oder das volkstümliche Turnen, wie wir es nennen) zu pflegen. Selbst der Winter fand uns auf den Höhen der Berge. Mit der lieben Rodel sauste es zu Tal: das stählt den Mut, das läßt das Blut in den Adern frischer rollen: und die Unentwegten der Damenriege, sie waren die ersten am Platze, wenn wir uns zu fröhlicher Abfahrt in die schöne Umgebung vereinigten. Im Mai 1907 hielt die „Jüdische Turnerschait“ ihre dritte Heerschau in Wien ab: es waren unvergeßliche Tage innigster Brüderlichkeit. Zum erstenmal durften wir inmitten der Brüder von „auswärts“ mit einer Riege in Ehren bestehen. So zogen wir heim, Freude im Herzen; hatten wir doch ein paar Tage Zion im Oolus erlebt. Die innige Bruderschaft, die diesen Turntag auszeichnete, ließ auch unsere Beziehungen zu den nächstgelegenen Turnvereinen herzlicher gestalten und so konnten wir beim dritten Gründungsfeste eine gemeinsame Riege der Wiener Brudervereine mit dem Vorstande der Obmannschaft der „Jüdischen Turnerschaft“ Doktor Werner an der Spitze in Qraz begrüßen. Das Jahr 1908, durch keine Feier größeren Stiles gekennzeichnet reihte sich dennoch würdig seinen Vorläufern an. Die turnerische Ausbildung der Mitglieder, insbesondere der Vorturner in den Vorturnerstunden, schritt rüstig weiter. So nahte der vierte Jüdische Turntag heran (Mai 1909 in Ber, lin). Eine Riege konnten wir zwar nicht entsenden; immerhin war unser Verein durch den Obmann und mehrere Mitglieder vertreten. Im nächsten Jahre verließ unser wackerer Windecker, dem wir soviel zu verdanken hatten, den Verein. An befähigten Turnleitern im Verein* hatte es zwar keinen Mangel; aber berufliche Verhältnisse zwangen uns schon nach einigen Monaten (November 1910), ein Nichtmiglled mit der Stellvertretung des Turnwartes auf dem Turnplätze zu betrauen. Unser* Wahl — sie war eine glückliche — fiel auf Herrn Karl Einfalt, der seit dieser Zeit dem Vereine mit Aufbietung seiner hervorragenden Fähigkeiten treu ***r Seite steht. Die nächsten Jahre waren wieder der turnerischen Ausbildung gewidmet. Untere alten guten Turner der „ersten Riege“ hatten fast _*<** Gänze Graz und damit den Verein verlassen. Wir nahmen von ihnen in dein Bewußtsein Abschied, daß sie nur unserem Vereine, nicht aber unserer Turn" sache verloren gehen und daß sie wackere Vorkämpfer für dieselbe bleiben. Der Mitgliederstand war, zum großen Teile aus auswärtigen Studenten bestehend, einem häufigen Wechsel ausgesetzt, dennoch konnten wir g»*® turnerische Erfolge aufweisen. So rüsteten wir zum Schauturnen anläßlich des ersten Kreisturntages (Dezember 1912), an welchem unser Verein W" einer Riege teilnahm, die sich unter den Leistungen unserer auswärtig«*1 Bundesbrüder einen guten Platz zu erringen vermochte. Dem allgemeinen Zuge entsprechend, räumten auch wir in den leteteb Jahren dem volkstümlichen Turnen sowie dem Sporte einen größeren Rauih ein. Erst hatten wir bei Signore Costella in Göting (Tivoli) einen Frelturttplatz gemietet, der sich jedoch bald als ungeeignet und zu kostspielig erwi«*- Wir „mieteten“ sodann die etwas billigere „Göstinger Au", auf deren weiten Fluren unsere Mannschaft dem Sporte in ausreichendem Maße huldig*** konnte.

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