Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 2 (März/April 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 59 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2 59 zwischen ständig gewachsen). Ein sehr großer Teil von ihnen war zugegen und gab dem Fest den Charakter. Es wurden Gerät- und Freiübungen vorgefiihrt. es gab spannende Fußballwettkämpfe, Wettläufe, Tauziehen. Die einzelnen Kolonien wetteiferten, einander den Rang abzulaufen, aus Tel Awiw hatte das hebräische Gymnasium seine Schüler in den Kampf gesandt. Gleich nach der Mittagspause vereinigte ein gewaltiger Festzug die gesamte mitwirkende Mannschaft. Mit fliegenden Fahnen zogen die einzelnen Gruppen des Zuges wohlgeordnet durch das Dorf. Vor dem Hause des Waad (Gemeinderat der Kolonie) hielt man an. Der Rosch hawaad (Vorsteher), Herr Eisenberg, trat auf den Balkon und hielt eine lange, mit großer Begeisterung, vieliach mit Tränen der Rührung aufgenommene Rede. So wenig Hebräisch ich verstand, so merkte ich doch, daß er das heutige Dcßach mit dem Peßach von Mizrajim verglich und auf ein Peßach der Zukunit hindeutete. Das oft wiederholte Wort Cheruth (Freiheit) war der Grundton seiner Auspiache. In diesem Augenblick war in uns allen die Wahrheit des oft gesungenen ..Am Jisrael cliaj —■ Das Volk Israel lebt" tiefstes Erlebnis. Der Zug marschierte zum Festplatz zurück, die W'ettkämpie wurden wieder anigenommen, die Reiter absolvierten ihre interessanten Wettrennen. Dabei beteiligte sich auch Zipporah, die Tochter eines Ansiedlers aus einer der südlichsten Kolonien, Frau eines Schomer. Beim Wettrennen gab es einen peinlichen Zwischenfall, einen heftigen streit, weil ein Teilnehmer wegen Behinderung disqualifiziert werden sollte und dennoch mitreiten wollte. Der, Streit wurde geschlichtet, aber es war doch eine Dissonanz in dem sonst so harmonisch verlaufenen Tag. Das D'id wäre aber gefälscht, wenn Ich dies nicht auch erwähnen wollte. Der Tag ging zur Neige Die Siegespreise wurden auf dem Platze verteilt, manch gute Rede noch gehalten, die letzten Gläser Wein getrunken — wobei ich hervorheben muß, daß trotz des freien Ausschanks von gutem schweren Wein kein Betrunkener .bei diesem Volksfest zu finden war. Wir verließen den Festpiatz. Der Weg führte uns an der Synagoge v«1 bei; da sie erleuchtet war, traten wir ein und fanden die Mitglieder des a mudverelng beim Lernen, meist alte Männer, aber lauter kräftige bäurische estalteu. So reicht sich hier altes und neues Jüdisches Leben die Hand. Abends fand im Beth-Am, das die Masse der Zuhörer nicht fassen j°nnte, ein Neschef, eine musikalisch-literarische Abendunterlialtimg statt. n die Töne einer Sonate von Beethoven hinein klangen von draußen ab und /ü die Freudenschiisse der abfahrenden Gäste. Der HOrdenlauf. Von Fritz A h r a h u in - Cliarlottenlnirg. dr . ^eni1 rnun ihr gewisse Zweige turnerischer üebung. die den Ber nissen des praktischen Lebens In besonderem Maße enigegenkommeii. e Bezeichnung „Brauchkunst“ geprägt hat, so darf mau diesen Ehrennamen °n a,'cn spo r 111 ch eil Uebungen wohl mit besonderem Recht dem Hiirenlauf zuerkenuen. Das wird erst der recht erkennen, der seine athletischen Cn"igcn bisweilen liinnusträgt in ungewohntes Gelände und dort alle