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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-03-01 · 2 (März/April 1914) · p. Seite 50

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
2 (März/April 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 50 (sequence 14)
Language
German
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50 No. 2 Aus dem in der vorjährigen Generalversammlung gewählten Turnrat sind die Herren Wessely und L.erner ausgetreten. Der Turnrat hat einstimmig Herrn Wessely den besten Dank für seine aufopfernde Tätigkeit ausgesprochen. An Stelle des Herrn Wessely wurde Herr Dr. Fuchs zum 1. Kassierer und an die Stelle des Herrn Lerner Herr Kellner zum 2. Schriftführer kooptiert. Im abgelaufenen Vereinsjahre hatten wir dreimal Gelegenheit, in größeren Veranstaltungen vor das jüdische Publikum zu treten und unsere turnerische Entwicklung zu zeigen. Am 8. Dezember 1912 beteiligte sich unser Verein an dem im Sofiensaal veranstalteten Schauturnen des Kreises West-Oesterreich. In dem anläßlich des Kreistages veranstalteten Wetturnen errangen unsere Mitglieder Friedmann, Pollak, Rosenberger und Weil Preise. Schon kurze Zeit nachher mußten wir uns iiir unser Vereinsschauturnen vorbereiten. Auch diese Veranstaltung war in turnerischer Beziehung eine Glanzleistung, brachte jedoch nicht den erwarteten finanziellen Erfolg. Die bedeutsamste Kundgebung der jüdischen Turnidee bildete das Schauturnen der Jüdischen Turnerschaft auf der Hohen Warte. Unser Verein stellte zu dieser glanzvollen Veranstaltung ein ansehnliches Kontingent von Turnern und Turnerinnen. Am 13. April 1913 veranstaltete unser Verein eine Matinee in der Freien Volksbühne, die uns einen sehr schönen finanziellen Erfolg brachte. Das Hauptverdienst an diesem Erfolge gebührt Herrn Spitzer. Der Turnrat war darauf bedacht, durch Hebung der Geselligkeit einen innigeren Kontakt der Mitglieder untereinander herbeizufiihren. Es wurden zwei Fünf-Uhr-Tees veranstaltet, die glänzend verliefen. Einen Vortrag rein turnerischen Inhaltes verdanken wir Herrn Professor Guttmann, der in sehr interessanter Weise an Hand durchgeflihrter Uebungen über „Das Wesen einer turnerischen Uebting“ sprach. Herr Med. Gersuny sprach in unserer Zöglingsabteilung über „Die verderblichen Wirkungen des Alkohols auf den menschlichen Organismus“, Herr Töpfer über „den Einfluß des Alkohols“ und „über Geschlechtskrankheiten“. Mit unseren Bruderturnvereinen in Wien und in der Provinz stehen wir in innigem freundschaftlichen Kontakt. An allen festlichen Veranstaltungen der Wiener Vereine haben wir uns offizie*' beteiligt. Am Schauturnen des Brünner Jüdischen Turnvereins war der Turnrat durch drei Deligierte, sowie durch unser Mitglied Herrn Friedmann, der auch am Turnen teilnahm, vertreten. Desgleichen beteiligten sich unsere Mitglieder Weiß und Friedmann am Schauturnen des Prager Jüdischen Turnvereins. ( Unsere größte Sorge im abgelaufenen Jahre war unserer Turnhalle gewidmet. Ende April 1913 standen wir vor der Entscheidung, unseren Mietvertrag zu verlängern oder zu kündigen. Nach eindringlicher Beratung lehnten wir die Verlängerung des Vertrages ab und bleiben vorläufig®!S Ende April 1915 und haben Ende April 1914 Gelegenheit, uns über eine «v- Verlängerung schlüssig zu werden. Die Qründe unserer ablehnenden Halt»«* lagen einerseits darin, daß wir nicht die Verantwortung übernehmen W0^".eIn uns für eine Reihe von Jahren zu binden, andererseits aber auch darin. wir gerade in jener kritischen Zeit mit zwei' Unternehmern wegen Erric!htun» einer neuen Turnhalle in Unterhandlungen standen. Leider sind dieselbe» bisher ohne Erfolg geblieben, doch wollen wir hoffen, daß das nächste Ja«» unsere Pläne der Verwirklichung näher bringt. Im heurigen Jahre ist es leider nicht gelungen, einen geeigneten Sommerturnplatz zu mieten. Die Frage des Kinderturnens wurde in der eingehendsten Weise beraten und der Beschluß gefaßt, mit der Leitung desselben Herrn Professor Guttmann zu betrauen und ihm unseren Herrn Brand als Assistenten belau-. geben. Das Kinderturnen soll auf eine möglichst demokratische stellt werden, und es wurde deshalb auch der Mitgliedsbeitrag ganz ne-

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