Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 2 (März/April 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 38 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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38 No. 2 Nummer dieses Blattes den Entwurf eines Turn- und Sportprogramms veröffentlichen. Es' schwebt uns der Plan vor, unsern nächsten Turntag zu einem großen allgemeinen Jüdischen Turn- und Sportfest zu gestalten, das die Teilnähme und das Interesse aller jüdischen Turner und Sportleute auch außer- *„ halb unseres Verbandes erregt und der nichtjüdischen Oeffentlichkeit ein Bild von der Regeneration der jüdischen Jugend bieten soll. So kommt für seine Abhaltung nur eine Großstadt mit zahlreicher jüdischer Bevölkerung und intensivem jüdischen Leben in Betracht. Wir denken vorläufig an Pragdoch wollen wir auch die Frage des Ortes den Wünschen unserer Verein® ■ unterwerfen. ' Die Spanne eines Jahres trennt uns vom VI. Jüdischen Turntag. Di® Zeit ist lang, wenn wir sie vergeuden. Sie ist kurz, wenn wir sie ausnützen wollen im Sinne unserer Ideale. Und wir wollen sie nützen! Damit der VI. Jüdische Turntag unserer Organisation neue frische Lebensimpulse gebe und einen Spiegel bilde von dem kraftvollen Werden einer neuen, starken jüdischen Jugend! h. u. Die finanzielle Qrundlage der Jüdischen Turnerschaft. Von Benno Deutsch-Wien. Der letzte Westösterreichische Kreistag hat eine veritable Steuerdebatte erlebt. An sich gewiß nichts Merkwürdiges. Bezeichnend dar*® Ist nur, daß diese Steuerdebatte, ohne eigentlich in diesem weitausgreifende? Umfange vorgesehen zu sein, sich gewissermaßen spontan entwickelt «ö Wie ein deus ex machina war sie erschienen und mußte beachtet werden- Es kann auch nicht anders sein. Solange nicht das jetzige System der Beitragsleistung der einzelnen Vereine an den Verband von Qrund auf ß®' ändert ist, wird jeder Kreistag und jeder Verbandstag das heute in jeder Beziehung verfehlte und schädigende Beitragssystem in die Reihe seiner Be* ratungsgegenstände einbeziehen müssen. Die Jüdische Turnerschaft ist kein Verband im Sinne von Berufsverbänden, sondern ein Verband von Vereinen. Dazu kommt noch, daß sie Vereine von heterogenster wirtschaftlicher Entwicklung umfaßt. Die Konstatierung dieser Tatsache Ist auch zugleich die Konstatierung der Unsinnigkeit d» jetzigen Beltragsmodus. M. 2,70, in österreichischem Oelde K. 3,20 soll Jeder Turnverein pro Mitglied und Jahr an den Verband entrichten. Dies MX-»?' wirtschaftlich kräftigen Deutschen Kreise möglich sein. Die reichsdeutschen Vereine vermögen es vielleicht, die Mitgliedsbeiträge so hoch zu fl**®**“* daß diese Steuer entrichtet werden kann; d. h. sie sind in der gMcW***® Lage, Mitglieder zu besitzen, von denen Jedes nebst dem Mitglledsbeltraß die Verbandssteuer bezahlen kann. Ob dem so ist, mögen die Vereine deutschen Reiche entscheiden, ich bin gewiß nicht kompetent dazu. D* Eine aber weiß ich: die westösterreichischen Kreisvereine vermögen solch Maßnahmen nicht zu ergreifen. Der Westösterreichische Kreis umfaßt!®"* Qebiete, die in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung und damit hi der zielten Leistungsfähigkeit ihrer Bewohner die Mitte halten zwischen den w*